Yvonne Demir und Patrick Metz | Jobsharing bei Merck

Shownotes

Yvonne Demir und Patrick Metz teilen sich eine Director-Position bei Merck. Die beiden arbeiten beiden in 60%-Teilzeit und haben gerade ein auch zum Thema geschrieben.

Im Podcast sprechen wir über ihr Jobsharing-Modell und wie sie ihren Alltag im Tandem organisieren.

Das habe ich die beiden gefragt:
• Wie seid ihr zum Tandem geworden und seit wann teilt ihr euch eine Stelle?
• Wie sieht euer Topsharing-Modell konkret aus und wie organisiert ihr euch?
• Was sind für euch die größten Vorteile und Herausforderungen an der Arbeit im Tandem?

Hier geht's zum Blogbeitrag, wenn du die Inhalte und Links dieser Episode nochmal nachlesen willst: https://teilzeittalente.de/78-yvonne-demir-und-patrick-metz-jobsharing-bei-merck

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Mein Name ist Johanna Fink und ich unterstütze Unternehmen dabei, Führung in Teilzeit zum Erfolgsmodell zu machen. Mehr Infos zu mir findest du unter www.teilzeittalente.de

Transkript anzeigen

65.555

johannafink

Yvonne Demir und Patrick Metz teilen sich eine Director Position bei Merck. Die beiden arbeiten in 60 Prozent Teilzeit und haben gerade ein Buch zum Thema geschrieben. Im heutigen Podcast sprechen wir über ihr Job-Sharing-Modell und wie sie ihren Alltag im Tandem organisieren. Hallo ihr beiden, schön, dass ihr da seid.

85.213

Yvonne Romina

Hallo!

86.067

Patrick Metz

30 Minuten Jobsharing.

87.483

johannafink

Ja, ich freue mich sehr. Wir sind ja, das kann ich an dieser Stelle schon sagen, nicht nur hier Podcastpartner heute, sondern wir sind auch VerlagskollegInnen. Ihr habt, euer Buch ist gerade erst erschienen und heißt wie?

104.462

johannafink

Genau. Wunderbar. Vielen Dank. Im GABAL-Verlag. Und meins kommt im Herbst und wird heißen, so wird Führung in Teilzeit zum Erfolg. Und ja, darüber haben wir uns auch kennengelernt. Ich glaube, Patrick, du hattest mich irgendwann auf LinkedIn angeschrieben. Und parallel hat mir unsere Programmleiterin beim Verlag gesagt, schau mal, da kommt noch ein Buch raus. Das hat auch was mit dem zu tun, was du machst. Genau. Und so ist der Kontakt entstanden. Und ich freue mich sehr, dass wir jetzt heute miteinander sprechen.

129.377

johannafink

Vielleicht so zum Start ist es ganz interessant, ihr habt ja so ein bisschen erzählt, wie seid ihr, oder habt mir im Vorgespräch erzählt, wie seid ihr eigentlich zum Tandem geworden? Wie sieht denn eure Story dahinter aus? Ihr seid jetzt nicht so ein ganz alltägliches Tandem, der Klassiker in vielen Köpfen ist, glaube ich, das sind zwei Muttis, die teilen sich irgendwie einen Job. Ihr seid jetzt nicht zwei Muttis, so wie ich das hier erkennen kann, aber erzählt man, wie seid ihr zum Tandem geworden und seit wann teilt ihr euch die Stelle?

155.452

Patrick Metz

Mhm.

156.186

Yvonne Romina

Ja, sehr gerne. Vielleicht Patrick, magst du die Story erzählen, wie wir zusammengefunden haben, aber ich erzähle mal, wie es mir da vorging, weil ich habe das erste Mal die Arbeitszeit reduziert nach der ersten Elternzeit, nachdem mein erster Sohn geboren war und bin quasi von einer klassischen 100% Stelle zurückgekommen mit einer 50% Stelle und

176.323

Yvonne Romina

Meine Erfahrung war, das war die stressigste Arbeitszeit in meinem ganzen Berufsleben, weil natürlich wollte ich weiterhin die tollen Projekte machen und die großen Aufgaben und wollte weiterkommen und mich entwickeln. Aber ja, das ist natürlich mit 50 Prozent sehr schwierig gewesen, denn ich hatte halt nicht so ganz 50 Prozent der Aufgaben und ich wollte auch die großen Aufgaben machen.

190.094

Patrick Metz

Vielen Dank für's Zuschauen.

197.534

Yvonne Romina

Und ich wollte aber auch nicht allzu viel Überstunden machen und das führte bei mir dann dazu, dass ich mir irgendwie nicht mal mehr fünf Minuten Plausch mit einem Kollegen erlaubt habe oder mal zwischendurch zehn Minuten Kaffeepause zu machen und dann total gestresst war in der Zeit. Ich habe dann relativ schnell wieder erhöht auf bis am Ende 90 Prozent.

205.776

johannafink

Ja.

216.391

Yvonne Romina

wieder, um eben auch an meiner Karriere weiterarbeiten zu können und dachte dann schon so, wie soll das alles jetzt funktionieren, wenn das zweite Kind kommt und da beginnt die Geschichte mit mir und Patrick und Patrick, vielleicht magst du die erzählen.

231.865

Patrick Metz

Genau, also, ja, vielleicht, wo haben Yvonne und ich uns denn schon kennengelernt? Also Yvonne und ich haben uns kennengelernt 2016, ich glaube 2016 müsste es gewesen sein, bei einem Mentoring-Programm bei Merck und

240.759

johannafink

Mhm.

244.514

Patrick Metz

Damals war das so, da war Yvonne gerade aus der Elternzeit auch wieder zurück und erst mal da haben wir uns so ein bisschen, also da haben wir uns über so einen regelmäßigen Stammtisch von allen Leuten, die im Teil von diesem Mentoring-Programm sind, irgendwie alle so untereinander näher kennengelernt und schätzen gelernt und haben, währenddessen merkt man ja schon, irgendwie funktioniert das, könnte das funktionieren, hypothetisch als Kolleginnen und Kollegen zusammen zu arbeiten und so stimmen deine Werte und solche Sachen eben.

273.626

Patrick Metz

Und so waren wir eigentlich immer auch weiter in Kontakt. Und ja, irgendwie, wie es der Zufall so wollte, das weiß ich auch noch. Wir hatten dann einen virtuellen Stammtisch, weil da war gerade Corona. Und Yvonne hat dann irgendwann in unserer virtuellen Runde gesagt, übrigens,

289.531

Patrick Metz

Ich kriege ein zweites Kind. Und zu dem Zeitpunkt waren wir schon schwanger. Allerdings war bei uns noch, also meine Frau und ich hatten noch Kommunikationsstopp, ich glaube noch für zwei weitere Wochen. Und dann haben wir uns das auch angesagt. Also unsere Kinder sind praktisch gleich alt. Also meiner kam am Ende ein bisschen früher, irgendwie einen Monat vor Yvonne's Kind. Aber am Ende des Tages sind wir zufällig gleichzeitig Eltern geworden. Bei meiner Frau und bei mir war es das Erste.

300.877

johannafink

Ach krass. Guck mal. Witzig.

314.77

Patrick Metz

und bei eben Yvonne das Zweite. Und so ist Yvonne erstmal in Elternzeit und ich habe dann erstmal zwei Monate Elternzeit zum Start genommen und wollte dann im Sommer drauf nochmal vier Monate in Elternzeit gehen. Und meine Frau und ich hatten uns zu dem Zeitpunkt erstmal darauf verständigt, dass ich dann nur vier Tage die Woche arbeite, also Dienstags bis Freitags.

335.282

Patrick Metz

Und mir ging es ähnlich, vielleicht nicht ganz so extrem, aber ähnlich mit dem, wie Yvonne das gerade beschrieben hatte. Also auch ich hatte das Gefühl, ich komme irgendwie in diesen vier Tagen pro Woche

346.391

Patrick Metz

werde ich irgendwie keinem Anspruch mehr gerecht. Also weder meinem eigenen Anspruch irgendwie Papa zu sein, der auch dann in dem Moment mental auch Papa ist und nicht irgendwie noch an die Meetings denkt, die er heute verpasst oder die morgen warten. Und gleichzeitig war es total schwierig, einen 80%-Job in einer 100%-Welt gut auszufüllen. Also klar sagen Vorgesetzte, ja wenn du nicht da bist, bist du nicht da, aber

359.991

johannafink

Ja. Ja.

373.933

Patrick Metz

Im Alltag merkst du dann eben doch, das E-Mail-Postfach läuft weiter über, niemand vertritt dich in diesem Zeitraum, die ganzen klassischen Themen. Und da habe ich für mich dann gemerkt, das habe ich irgendwie auch gar keinen Bock drauf. Und dann habe ich einfach Yvonne gefragt, sag mal, Yvonne, hast du nicht Lust? Wenn du dann aus deiner Elternzeit zurückkommst, willst du dann wirklich wieder 90 Prozent arbeiten oder könntest du dir nicht vorstellen, Job-Sharing zu machen? Und ich bin da über so ein Slide-Deck bei Mac gestolpert, da stand Job-Sharing.

400.213

Patrick Metz

so in einer Ecke von einer Slide. Also da gab es jetzt keinen Monster Prozess oder so dazu, aber zumindest mal genug Bekenntnis seitens des Unternehmens, dass wir für uns uns selbstbewusst genug sein konnten zu sagen, das Unternehmen hat erstmal nichts dagegen, wenn wir in Job Sharing uns bewerben. Und genauso haben wir es dann auch einfach gemacht. Also Yvonne hat sich das dann erstmal angehört. Und ich glaube, Yvonne, wenn ich das richtig im Kopf habe, war das sinngemäß so,

417.09

johannafink

Ja.

426.118

Patrick Metz

Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass das klappt, aber lass es uns noch einfach probieren. Und wir haben es probiert und innerhalb wirklich von wenigen Monaten auch dann. Also Yvonne war noch in Elternzeit und ich war kurz vor der nächsten, also vor dem zweiten Teil meiner Elternzeit. Und so haben wir einfach dann uns ganz normal auf einen Job beworben, der ganz normal ausgeschrieben war. Und das hat dann relativ schnell auch geklappt.

448.472

Yvonne Romina

Tatsächlich war es unsere erste und einzigste Bewerbung sogar.

454.121

johannafink

Ja, super. Also total schön zu hören und gleichzeitig, finde ich, hört man da auch sehr stark das raus, was ich auch in vielen Gesprächen im Podcast und auch im Freundes- und Bekanntkeits- und auch aus eigener Erfahrung immer wieder merke, so dieses Thema Jobsharing ist ein sehr persönliches, ja? Und erkanntet euch vorher, man weiß dann so ein bisschen, worauf lässt man sich ein und auch kann man sich vorstellen, dass das miteinander funktioniert. Also da hört man, finde ich, auch wieder raus, dass das schon ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor ist.

482.108

johannafink

Jetzt habt ihr gerade ein Buch zum Thema veröffentlicht. Worum geht es da? Was erzählt ihr da genau?

489.804

Yvonne Romina

Ja, genau. Also es geht natürlich erstmal darum, dass wir versuchen zu klären, also den ganzen Prozess zu beschreiben von Anfang an. Also bin ich überhaupt geeignet, im Job Sharing zu arbeiten und ist es das Richtige für mich? Das sind erstmal die zwei zentralen Fragen, die sich wahrscheinlich jeder stellt, wenn er sich mit dem Thema auseinandersetzt.

501.988

Patrick Metz

Vielen Dank für's Zuhören.

510.162

Yvonne Romina

Und so sind wir auch in dem Buch herangegangen. Also, erstmal gibt es so eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Ist man für das überhaupt geeignet? Welche Eigenschaften sollte man vielleicht mitbringen? Und dann, ja, wie auch im echten Leben geht es darum, wie finde ich denn jetzt einen Job-Sharing-Partner? Welche Optionen und Möglichkeiten gibt es da? Und wie kann ich herausfinden, ob ich mit meinem Job-Sharing-Partner dann auch zusammen passe?

526.493

johannafink

Ja.

534.599

Yvonne Romina

Da geht es auch um das Thema hat man gemeinsame Werte und Zielvorstellungen, was wir dort sehr inhaltlich beschreiben. Und dann geht es natürlich auch ganz konkret um das Eingemachte. Also wie funktioniert es jetzt im Arbeitsalltag? Wie setzt man das um? Wie funktionieren Übergaben? Wie funktioniert Kommunikation? Wie ist es überhaupt erstmal aufgesetzt, das Tandem? Also wer arbeitet wann? Wie viel? Wie lange? Welche Möglichkeiten gibt es?

561.101

Yvonne Romina

Und dann geht es natürlich auch nochmal um kommunikative Themen innerhalb des Tandems, um das Thema Feedback geben. Wie kann man sich aber auch Unterstützung holen, wenn vielleicht mal was nicht so gut funktioniert? Wie kann man voneinander lernen? Und am Ende haben wir auch noch einen Zusatzkapitel speziell für Unternehmen, die sowas etablieren möchten, also so eine Art Checkliste, wie man also Job-Sharing im Unternehmen umsetzen und aufbauen kann.

586.988

johannafink

Ja cool, klingt sehr spannend. Jetzt hast du gerade schon ganz viele Punkte genannt, die mich natürlich alle total interessieren und die Hörerinnen, die heute zuhören, wahrscheinlich auch. Fangen wir doch mal mit dem ganz Praktischen an. Ich habe es im Intro schon gesagt, ihr arbeitet beide 60 Prozent. Wie macht ihr das? Habt ihr Überschneidungszeiten? Ja, nein, seid ihr immer gleichzeitig da oder seht ihr euch nie? Wie läuft das bei euch?

612.576

Patrick Metz

Ich mache mal, Yvonne. Also wie machen wir das bei uns? Vielleicht auch da noch ein kleiner Einschub vorab. Gestartet sind wir mit 50-50. Und wir wollten zwar schon von Anfang an mit 60-60, aber wie es dann eben so ist, auch gerade weil man das Modell vielleicht vorher auch noch nicht so gut kannte oder auch die Budget-Situation bei uns in der Abteilung, das dann so dargestellt hat, ist es eher, ich kann euch aber erst mal nur mit 50-50 anstellen, weil eine FTE, eine Vollzeitstelle

620.93

johannafink

Ah ja. Ja, ja, ja. Mhm.

640.162

Patrick Metz

Also sagen, haben wir trotzdem erst mal zugesagt und in dem Fall war es dann so, Yvonne ist glaube ich montags früher gegangen und ich freitags, nachmittags. Und da haben wir aber relativ bald gemerkt,

653.695

Patrick Metz

eigentlich wollen wir mehr als 50-50 arbeiten, sondern eben genau wie wir es auch damals dann auch schon versucht hatten in der Bewerbung anzubringen, 60-60. Aber, und das ist jetzt ganz, möchte ich ganz wichtig herausstellen, wir liefern da auch 60-60. Also ist jetzt nicht so, dass man diese 20 Prozent zur Übergabe braucht oder dass die die Überschneidung irgendwie notwendig ist oder so. Also das haben wir bei 50-50 auch schon hinbekommen und haben auch damals schon

662.227

Yvonne Romina

Das war's für heute.

670.452

johannafink

Mhm. Ja. Mhm. Mhm.

683.626

Patrick Metz

100% Stelle zu 100% auch geliefert, haben eben aber eben im Laufe der Zeit gemerkt, wir haben sau viel zu tun einfach und das ist vielleicht dann auch direkt ein Vorteil, den man

695.862

Patrick Metz

den man in so einem Modell auch hat, man kann da auch leichter aufstocken. Also du kannst ja eine 100 Prozent Ressource, kannst du nicht einfach auf 120 aufstocken. Und so haben wir das in dem Zusammenhang dann einfach mit Einwilligung unserer Führungskraft relativ schnell dann gemerkt, wir haben hier 120 Prozent Arbeitslast auf dem Job, den wir hier machen.

703.507

johannafink

Ja. Ja.

713.865

Patrick Metz

Lass uns das bitte auch einfach in die Praxis umsetzen und das ohne Hürden großartig und auch ohne arbeitsrechtlich da relevant zu werden dann relativ einfach in die Praxis umgesetzt gekriegt. Das ist vielleicht nur eine kleine Vorabbemerkung. Wie funktioniert unsere Arbeitszeiten? Yvonne arbeitet von

731.459

Patrick Metz

montags bis mittwochs volle tage drei volle tage und ich arbeite mittwochs donnerstags und freitags heißt wir haben überschneidungstag am mittwoch haben aber nicht notwendigerweise mittwochs den ganzen tag meetings zusammen also einen festen termin haben wir eine stunde pro woche den wir zur übergabe nutzen fairerweise als wir angefangen haben war das wesentlich mehr zeit natürlich die wir

738.08

johannafink

Mhm. Mhm. Mhm. Mhm. Mhm. Ja.

758.809

Patrick Metz

genutzt haben, um uns abzustimmen und unseren Alltag zu übergeben. Und gleichzeitig war das ja auch noch dazu ein neuer Job für uns beide. Das bedeutet, da ist dann nicht nur dieses Alltag übergeben, sondern auch, wie wollen wir eigentlich arbeiten? Wollen wir es eher so? Wollen wir es eher so machen? Und dann halt ganz viel inhaltliche Diskussionen auch, weil wir es ja auch inhaltlich noch nicht ausdefiniert hatten, was wir eigentlich in diesem Job machen gerade.

780.555

johannafink

Ja. Jetzt interessiert mich, wie lange, würdest du sagen, hat diese Einschwungphase gedauert?

783.592

Patrick Metz

Deswegen gerade in der Anfangszeit war das wesentlich mehr. Ich würde sagen, heute würde ich uns jetzt mal als voll eingeschwungen sehen. Da reicht uns wirklich. Ich übertreibe jetzt nicht an Übergabe eine Stunde, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Und ja, alles gut. Gute Frage. Ich gewonnen. Was sagst du?

813.507

Yvonne Romina

Also ich würde sagen, in den ersten drei Monaten haben wir auf jeden Fall Bedarf gehabt, sehr viel noch zu klären. Und dann kamen immer mal wieder so einzelne Themenfelder auf, die drei Monate danach, aber so nach einem halben Jahr, würde ich sagen, waren wir sehr gut eingeschwungen.

819.07

johannafink

Mhm. Mhm.

829.491

Patrick Metz

Ja kann ich, würde ich auch so sehen. Also was immer noch on top kommt ist, wenn es jetzt ein inhaltliches Thema neu zu diskutieren, neu zu besprechen gibt. Dafür machen wir uns dann schon mal auch einen extra Termin, den wir uns dann auch auf einen Mittwoch eben so eine Stunde zusammenlegen. Also wir hatten gerade heute

849.599

Patrick Metz

einen so einen Termin. Das kann mal passieren. Aber ansonsten so die reine operationale Übergabe unserer Themen einfach um das, was Yvonne in den ersten drei Tagen gemacht hat, fließend dann mich zu übergeben. Das ist eben der Mittwochvormittag für uns eine Stunde und freitagsnachmittags schreibe ich Yvonne dann das alles in unser Übergabedokument und manchmal, wenn es dann ein bisschen Erklärung bedarf, gibt es dann auch eine Sprachnachricht dazu.

881.203

johannafink

Ja, spannend. Jetzt, während ihr so erzählt habt, habe ich mir Gedanken gemacht. Entschuldigung. Entschuldigung, ich muss mal ganz kurz. Sorry.

892.278

Yvonne Romina

Alles gut.

903.077

Patrick Metz

Also versteckte Botschaften können wir Johanna jetzt geben.

920.794

johannafink

Schwieriges Alter, wenn die Kinder noch kein eigenes Handy haben, um den Spotify-Account zu bedienen. Würd mich interessieren, wie ihr das löst. Ist nämlich ein großes Thema bei unserer Familie. Ja, die wird jetzt neun.

932.108

Patrick Metz

Wie alt ist deine Tochter? Wie alt ist Luis, Yvonne?

932.5

Yvonne Romina

Ja, wollte ich auch gerade fragen. Ah ja. Nein. Er hat ein Handy, das muss ich mir ganz kurz überlegen, zu seinem achten Geburtstag bekommen.

945.155

johannafink

Okay, okay, nee, bei uns ist die, wie ich gesagt habe, nicht vor der weiterführenden Schule, aber okay, also anderes Thema, ich steige nochmal ein. Okay, ja, also interessant, spannend und auch spannend zu hören tatsächlich, dass ihr sagt, dass ihr heute da so eingeschwungen seid, dass ihr wirklich nur diese Stunde im Endeffekt braucht, plus manchmal noch ein bisschen Sprachnachricht oder so, das ist echt schon, ja, also Hut ab, eine Leistung, ich weiß wovon ich rede, ich habe das ja auch mal gemacht.

971.032

johannafink

Was ich mir jetzt die ganze Zeit überlegt habe oder gedacht habe, was sehr oft so ein Thema ist, ihr arbeitet jetzt in diesem Ganztagesmodell mit eben einem Übergabetag, wie macht ihr das privat? Ihr habt beide Kinder und wie sieht dahinter das private Modell aus? Das interessiert mich nämlich, weil das tatsächlich auch oft ein Thema ist.

987.278

Patrick Metz

Mhm.

988.568

Yvonne Romina

Ja, ich kann gerne mal anfangen, wie wir es organisiert haben. Also tatsächlich ist es so, dass es mir persönlich schon recht wichtig war, eher ganze Tage zu arbeiten als irgendwie fünfeinhalb Tage, was natürlich zu unserem Modell auch ganz gut jetzt gepasst hat.

1002.79

Yvonne Romina

Und tatsächlich ist es so, dass mein großer geht in die Schule und dann in die Nachmittagsbetreuung bis halb drei und der Kleine geht bis zwei, halb drei in die Kita und Montag und Dienstag werden sie von der Schwiegermama abgeholt und die betreut die dann am Nachmittag, bis ich zwischen fünf und sechs nach Hause komme.

1021.476

Yvonne Romina

Also ist an beiden Tagen zwei, drei Stunden bei uns und mittwochs ist Papa-Nachmittag, da holt mein Mann beide Kinder ab und so habe ich dann auch die Möglichkeit mittwochs abends dann noch mal so nach der Arbeit was für mich allein zu machen, Freunde zu treffen oder auszugehen und genau, Donnerstag, Freitag bin ich ja dann zu Hause und nehme die Kinder an Empfang, weil ich nicht arbeite und habe dadurch halt dann morgens auch noch ein bisschen Zeit für Haushaltssport oder andere Dinge.

1035.026

johannafink

Ja, super.

1049.671

Patrick Metz

Ja genau, und bei uns ist es so, meine Frau arbeitet 50% und wir haben das bei uns so aufgeteilt, also montags haben meine Frau und ich beide frei und haben, also in aller Regel klappt das, und haben uns sozusagen diesen Montagvormittag, so als unsere Pärchenzeit

1072.892

Patrick Metz

reserviert. Ja, die ist uns auch sehr, sehr wichtig und mittlerweile schwingt sich das dann auch. Wir gehen dann öfters mal auch hier bei uns in der Stadt gerne auch mal Mittagessen oder so und genau, weil wir dann den, genau, und dann ist bei uns so der Alltag, dass ich montags und eben auch dienstags nachmittags, wo ich Auffahr habe, dann den Kleinen abholen. Da ist also Papa-Tag. Mittwochs haben wir die Oma, die dankenswerterweise in aller Regel den Kleinen dann

1074.002

johannafink

Mhm. Cool. Mhm. Ja, schön. Mhm. Mhm.

1102.875

Patrick Metz

aus der Kita abholt und die ist auch jetzt gerade da, heute ist ja Mittwoch in der Aufzeichnung und bespaßt den da unten gerade, ich höre die. Und Donnerstags und Freitags, meine Frau arbeitet Donnerstags halb, das heißt, sie kann dann am Donnerstagsnachmittags den Kleinen abholen und Freitags hat sie dann auch noch Zeit eben für die ganzen anderen Dinge, die liegen geblieben sind hier zu Hause und kann dann nachmittags auch unseren Kleinen in Empfang nehmen. Das ist so unser Modell im Moment.

1106.613

johannafink

Ja. Mhm.

1129.497

johannafink

Ja, also ich finde es total spannend, ich frage deswegen nach, weil also meine Erfahrung zeigt aus vielen Gesprächen, auch aus der eigenen Erfahrung, dass dieses Arbeiten von ganzen Tagen, gegebenenfalls auch im Wechsel mit halben Tagen, also ich hatte so ein Wechselmodell, ich habe drei volle und zwei halbe Tage gearbeitet, mein Partner auch und einmal war die Oma, also ein bisschen ähnlich wie bei euch nur sozusagen in einer Person.

1147.995

johannafink

Und ich habe auch die Erfahrung gemacht und höre das auch mal wieder in vielen Gesprächen, das ist der Schlüssel. Das ist wirklich der Schlüssel, damit es funktioniert. Und für mich zeigt sich immer wieder, dass dieses Thema Führung, Karriere in Teilzeit eben extrem auch mit den privaten Lebensmodellen verknüpft ist. Und das bestätigt jetzt sozusagen wieder meine These an der Stelle.

1163.183

Patrick Metz

Ja.

1164.633

Yvonne Romina

Mhm.

1168.797

Patrick Metz

Absolut, also kann ich auch nur unterschreiben. Also ich wollte auch wirklich nicht irgendwie das auf fünf Arbeitstage gleichmäßig verteilen, ehrlicherweise. Also ich schätze es auch sehr zu wissen, dass ich jetzt am Montag und Dienstag, also nicht an meine Lohnarbeit bei Merck denke, gleichzeitig aber eben im Wissen auch, dass Yvonne da ist. Und ich weiß, nichts wird da anbrennen in dem Zeitraum.

1177.688

johannafink

Mhm. Ja. Ja.

1193.78

johannafink

Ja, das ist super. Jetzt haben wir viel so ein bisschen so auf das Drumherum geguckt, jetzt würde ich gerne noch so ein bisschen Deep Dive mäßig eintauchen, was glaube ich ganz viele Menschen immer wieder interessiert, was ich auch in Gesprächen, Seminarentrainings merke, ist so die Frage, ja wie macht ihr denn das jetzt genau? Also wir haben gehört, ihr macht Mittwochs eine Übergabe, da seid ihr beide da, ihr habt eine Stunde Zeit dafür, was tut ihr da und wie?

1220.589

Patrick Metz

die ersten... hätten wir die mal aufgezeichnet und heute morgen gewonnen.

1220.845

Yvonne Romina

Du meinst das im Rahmen der Übergabe? Ja. Ja, gerne, gerne.

1222.705

johannafink

Ja, genau. Es ist tatsächlich, also es ist wirklich eine der meistgestelltesten Fragen, die ich immer wieder bekomme zu dem Thema. Ja, total.

1233.234

Patrick Metz

Ja, ich glaube, ich fange mal an, oder? Also erst mal, es gibt immer ein Small-Talk-Element, weil ich komme ja aus dem Wochenende. Ich glaube, das haben wir uns auch fast noch nie nehmen lassen, wenn jetzt nicht was super Dringendes ist, dass wir uns mal zumindest mal fünf bis zehn Minuten auch die Zeit nehmen, zu fragen, wie geht's, alle gesund? Ich meine, als Eltern kleiner Kinder ist die Chance, dass da jemand nein sagt. Dazu auch mal, genau, also der Teil ist uns auch schon wirklich wichtig.

1250.077

johannafink

Ja, das Thema.

1252.398

Yvonne Romina

Vielen Dank für's Zuschauen.

1261.527

Patrick Metz

Dann geht's eben über in, also wir haben ein OneNote, wo wir uns dann eben durch Notizen arbeiten. Und ich würde sagen, je nach Aufwand und auch je nach Umfang dessen, was dann so an Notizen entstanden ist, gehen wir jede einzelne Notiz durch oder gehen es auch nur teilweise durch und sagen, guck mal, hier sind die drei wichtigen Sachen, alles andere erschließt sich beim Lesen. Und wir haben so ganz einfache Checkboxen in diese OneNote reingemacht.

1289.053

johannafink

Mhm. Ja. Mhm. Ja.

1289.616

Patrick Metz

indem wir also das eine heißt Patrick, das andere heißt Yvonne und das andere heißt Imgur Fix besprechen, dass wir auf den ersten Blick sehen, was ist für meine Kenntnis und was muss ich aktiv tun und wenn es ganz wichtig ist, kommt nochmal ein Ausrufezeichen dran und das ist tatsächlich auch die einzige echte To-Do-Liste, die wir heute pflegen.

1309.531

Patrick Metz

Also ich mache noch einen Punkt und dann kann ich vorhin noch ergänzen. Wir hatten auch viel probiert. Also das war nicht unser allererstes Mittel der Wahl. Wir haben viel probiert mit Microsoft To Do und mit E-Mails oder auch anderen Formaten. Microsoft Planner hatten wir zwischendurch auch schon mal angepackt und haben für uns, also das ist wirklich eine hoch individuelle Entscheidung,

1317.944

Yvonne Romina

Vielen Dank für's Zuschauen!

1332.398

johannafink

Ja.

1333.08

Patrick Metz

Das ist für uns alles immer im Sand verlaufen und da haben wir dann für uns gemerkt, das funktioniert nicht und das Ganze aber begleitet von dieser textuellen Übergabe, die wir ohnehin einmal pro Woche machen, da dann noch eine Aktion ranzupacken, das funktioniert für uns, das haben wir für uns gemerkt.

1352.961

Yvonne Romina

Genau, vielleicht noch ergänzend, also wenn wir jetzt mal wirklich sowas haben, dass wir eine strategische Entscheidung treffen müssen oder konzeptionell was ausarbeiten müssen oder eine ganz wichtige Präsentation vorbereiten, dann werden wir auch durch auf jeden Fall noch mal einen Extra-Termin oder so einstellen für uns beide. Wir nehmen uns jetzt noch mal extra eine Stunde und setzen uns zusammen, nur um jetzt diesen strategisch konzeptionellen Aspekte zu besprechen oder vorzubereiten.

1373.456

johannafink

Ja.

1379.172

Yvonne Romina

Aber das ist dann wirklich nur, wenn es dringend notwendig ist, bei größeren Sachen, bei sehr wichtigen Dingen. So im Arbeitsalltag kommen wir mit dieser einen Stunde und mit der beschriebenen Liste von Patricks sehr gut aus. Und vielleicht noch mal zu den Voice Mails, die Patrick eben schon erwähnt hatte.

1396.749

Yvonne Romina

Also auch hier sehe ich eine Veränderung. Am Anfang haben wir schon, wenn einer dann alleine vor Ort war und musste in irgendeiner Entscheidung treffen, da war das natürlich schon noch sehr wichtig, immer klarzustellen, ob der andere jetzt die Entscheidung auch so mitträgt und es auch so entschieden hätte. Und da gab es dann manchmal schon relativ viel Austausch auch noch über Voicemail, so in dieser ersten Phase des Einschwingens und auch noch in der zweiten Phase, also in dem ersten halben Jahr auf jeden Fall.

1409.565

johannafink

Ja. Mhm.

1421.084

Yvonne Romina

um einfach auch so ein bisschen noch voneinander zu lernen, wie tickt der andere, was ist dem anderen wichtig, was will er mit entscheiden, was ist ihm vielleicht auch egal. Und jetzt habe ich so das Gefühl, dass das immer weniger wird, weil wir uns immer sicherer sind, wie der andere tickt und was er wissen will und wir auch einfach wissen, was können wir gut alleine entscheiden und wie hätte der andere da agiert.

1442.273

Yvonne Romina

Da sehe ich eine Entwicklung, die einfach zeigt, dass wir da auch aneinander so gewachsen sind und uns mittlerweile viel besser kennen. Ich habe heute meinen ersten Arbeitstag nach dem Urlaub und tatsächlich habe ich von Patrick in dem Urlaub nicht eine einzige Voicemail bekommen.

1452.415

Patrick Metz

Vielen Dank.

1454.838

johannafink

Ja. Ja. Ja.

1459.923

Yvonne Romina

Das war in den Urlauben davor schon auch noch ein bisschen anders, weil ja, oh je, jetzt bin ich zwei Wochen alleine und nicht, dass jetzt irgendwie alles dann so läuft und Yvonne kommt zurück und dann ist alles anders, als sie sich das vorstellt. Und jetzt, also da sieht man irgendwie auch eine sehr schöne Entwicklung, dass wir da doch so aneinandergewachsen sind und uns jetzt da noch besser kennen, was dem anderen wichtig ist und dann auch besser alleine Entscheidungen treffen können in der Abwesenheit des anderen.

1487.242

johannafink

Spannend. Jetzt habt ihr schon ein bisschen beschrieben, natürlich indirekt, was denn die Vorteile des Modells für euch sind. Oder ich habe zumindest schon welche rausgehört, aber vielleicht könnt ihr das noch mal so zusammenfassen für euch. Also was bringt euch das Modell, was sind so die top drei Punkte, wo ihr sagt, ja deshalb möchtet ihr es momentan nicht hergeben. Und auf der anderen Seite vielleicht, was sind aber auch Herausforderungen, die euch auch heute noch begegnen vielleicht. Oder vielleicht, das ist ja auch alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber genau.

1515.094

johannafink

da vielleicht noch mal drauf geguckt.

1516.715

Yvonne Romina

Also ich würde vielleicht mal gerade mit einem großen Vorteil anfangen, den ich vielleicht sogar am Anfang ein bisschen unterschätzt hatte, aber den ich enorm finde. Also und ich glaube es liegt eigentlich auch auf der Hand und ist relativ offensichtlich, man ist halt zwei Menschen mit die Erfahrungen, die wir mitbringen und die Kenntnisse und die Kompetenzen und den Background, das ist halt so viel mehr als eine Einzelperson mitbringen kann.

1541.578

Yvonne Romina

Also wir haben jetzt gerade mal wieder geschaut, zusammen haben wir mittlerweile irgendwie über 30 Jahre Berufserfahrung und wir haben zusammen natürlich zwei Studienabschlüsse und so weiter und so weiter und das merkt man total im Alltag. Also gemeinsam können wir so ein großes Kompetenzfeld abdecken und wir wissen auch genauso, das ist jetzt vielleicht eher sein Thema oder das ist eher mein Thema, weil das kann er besser und das kann sie besser und ach, sie kennt diejenige schon aus einem anderen Projekt und er kann dafür sehr gut mit dem einen Kollegen, der eigentlich ein bisschen schwierig ist,

1546.8

johannafink

Ja, ja, ja. Ja.

1570.299

Yvonne Romina

Und das ist einfach zu zweit so viel mehr, was man bedienen kann. Und deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir mit den geballten Kompetenzen, die wir eben gemeinsam mitbringen, auch einfach höhere Qualität und bessere Ergebnisse erzielen können. Also gerade jetzt bei dem Projekt, was wir letztes Jahr im Oktober gelauncht haben, haben wir uns danach, das war sehr erfolgreich, und wir haben uns danach in die Augen geschaut und haben gesagt, es hätte keiner von uns alleine so gut hinbekommen.

1584.445

johannafink

Ja. Na, cool. Ja.

1598.404

Patrick Metz

Ja, kann ich nur beipflichten. Also Arbeitsergebnisse werden glaube ich selten schlechter im Tandem im Vergleich zu einer Einzelperson. Muss man wirklich anerkennen und ich hätte es auch nicht gedacht damals. Man hört es immer vorher, ja okay, man hat ja dieses

1616.869

Patrick Metz

diese zusätzliche Sparing-Möglichkeit, aber wie überwältigend viel besser das doch in der eigenen Wahrnehmung ist und diese Möglichkeit, immer wenn es super knifflig ist, sich dann doch nochmal zu hinterfragen und in Sparing zu gehen, bei Bedarf, das bereichert es doch enorm. Und dann komme ich jetzt mal mit einem zweiten Vorteil, den ich hier in den Ring werfe, den hatte ich ja auch schon durchklängen lassen.

1640.508

Patrick Metz

Es nimmt Stress von den Schultern. Also gerade wenn ich so an meine wirklich kurze Teilzeiterfahrung auf 80 Prozent denke, aber wenn ich auch gleichzeitig an alle anderen Gespräche, die ich jemals über Teilzeit mit ganz vielen von meinen meistens weiblichen Kolleginnen dann eben auch dazu geführt habe, man schaltet ja doch nie ganz ab.

1642.671

johannafink

Hm.

1665.162

Patrick Metz

Weil du genau weißt, dein Postfach läuft weiter voll, gibt es jetzt doch irgendwas, was genau heute wäre, wo du dann dem Morgen anhören darfst, ja du warst ja nicht da, deswegen musst du es entweder ohne dich klären oder weil du nicht da warst, ist das Projekt wie auch immer geartet verlaufen. Und genau dieses Gefühl, dass ich weiß, ich bin nicht da und es läuft weiter, das empfinde ich als unheimlich entlastend und befreiend. Also ist es nicht, dass ich jetzt nie an die Arbeit denke, an einem Wochenende, also an meinem Wochenende, das bis Dienstagabend geht.

1678.063

johannafink

Ja. Ja.

1694.684

Patrick Metz

Aber ich bin total entspannt im Hinblick darauf, was mich dann Mittwoch erwartet. Einfach weil ich weiß, ich komme nicht an einen brennenden Haufen voller Chaos an. Und wir brauchen noch einen dritten besonderen... Es gibt noch mehr!

1706.203

johannafink

Ja, ja, ja, schön. Nee, ihr braucht keine, ihr müsst euch nichts ausdenken, wisst ihr nicht, mich interessiert vielleicht viel mehr sozusagen zu gucken, gibt es denn noch, gibt es denn noch Themen, wo ihr sagt, ja, da hakelts auch zwischen uns, auch wo jetzt beschrieben habt, ihr seid gut eingeschwungen, ihr habt sehr, sehr viel Erfahrung, gibt es irgendwas, wo ihr sagt, da stößt ihr manchmal, da stößt ihr manchmal noch dran und das ist so ein Thema, was euch hin und wieder auch beschäftigt.

1736.049

Patrick Metz

Ich wollte zuerst.

1737.741

Yvonne Romina

Also tatsächlich schwierig, wo ich jetzt wirklich sagen könnte, das ist echt ein schwieriges Thema. Also was man vielleicht sagen kann, und das beschreiben wir auch im Buch und auch das ist vielleicht offensichtlich, aber ich möchte es trotzdem nochmal betonen, ist halt, dass man wirklich eine gute Kommunikation hat und damit meine ich auch eine offene Kommunikation.

1742.637

johannafink

Ja. Ja.

1756.783

Yvonne Romina

eine regelmäßige, aber auch eine, die vielleicht ein bisschen informeller ist. Also wir gehen auch durchaus mal zusammen essen oder ein Bier trinken oder so nach der Arbeit und stimmen uns immer wieder ab zu passt das noch so für dich oder wie geht es weiter, wie stellst du dir die Karriere vor, ist der Job noch das richtige, also solche Themen.

1778.66

johannafink

Ja. Ja.

1778.695

Yvonne Romina

Oder wo wir aber auch mal ehrlich sagen, das hätte es vielleicht anders machen können oder müssen wir das nächste Mal ein bisschen besser aufpassen, dass uns das nicht durch die Lappen geht oder dass wir uns da noch mal genauer im Vorfeld überlegen, wie wir das vielleicht aufbauen oder umsetzen wollen. Also da gibt es natürlich auch immer mal wieder Einzelfälle, wo man sagt, das hätte vielleicht noch so und so besser laufen können. Und ich denke, der Schlüssel ist da einfach, dass man da wirklich offen und ehrlich und rechtzeitig auch drüber spricht.

1807.671

Patrick Metz

Hm. Hm.

1808.592

Yvonne Romina

Das wäre vielleicht so ein Punkt, wo man, glaube ich, drüber stolpern kann, wenn man das eben nicht tut, wenn man das dann irgendwie einem was nicht gefällt und man kennt das ja auch aus anderen Beziehungen, man frisst es in sich rein, man spricht es nicht an und wenn es dann wieder in ähnlicher Weise passiert, dann nervt es einen noch mehr. Ich glaube, das ist so ein Thema, das könnte auch zu Schwierigkeiten führen im Tandem und deshalb mein Appell hier an der Stelle eben diese regelmäßige formelle, informelle Kommunikation zu solchen Themen auch zu haben.

1812.329

johannafink

Ja. Ja. Ja.

1837.91

Patrick Metz

Ja. Und vielleicht dann, wo ich dann noch ergänzen würde, gerade wenn es dann um, ich sag mal, Voraussetzungen, dass es eben gut klappt, geht. Es wirkt, also nicht in eine Konkurrenzsituation zu kommen oder sich von Anfang an bewusst zu machen im Job-Sharing ist alles, was wir hier tun, unser gemeinsames Ergebnis. Also

1855.196

johannafink

Mhm.

1862.346

Patrick Metz

Wenn Yvonne am Montag eine Präsentation anfängt und ich kann mich noch gut an irgend so ein völlig triviales Erlebnis, aber trotzdem für mich persönlich war das so ein Schlüsselerlebnis trotzdem, da hat unsere Vorgesetzte Yvonne gebeten, eine Präsentation zu machen. Ich kann mich noch gut erinnern. Die hat Yvonne, würde ich sagen, zu 80 Prozent gemacht. Ich hatte dann in meinen Übergaben und Notizen ein paar Trickbitte fertig machen, legt hier her. Ich habe die aufgemacht, die hat mir nicht gefallen.

1889.957

Patrick Metz

Und ich dachte mir, okay, aber ich fange jetzt nicht an, die komplette Präsie umzuschmeißen, weil das ist komplett kontraproduktiv. Und am Ende des Tages tragen wir es beide. Und vielleicht bin ich da manchmal noch ein bisschen eigen, was Präsentationen angeht. Und die war jetzt auch nicht schlecht. Das war jetzt nur, ich hätte es halt anders aufgesetzt. Und ich so, okay, komm, das ist jetzt der Deal. Ich mache einfach. Und ich habe es so fertig gemacht, in dem Stil sozusagen.

1902.022

johannafink

Ja.

1916.288

Patrick Metz

und an unsere Vorgesetze noch geschickt und sie hat zurückgeschrieben, aber war jetzt auch zeitkritisch, sie hat geschrieben, alles klar, danke, passt, ich habe keine Änderungswünsche. Und ich bin überzeugt, hätten wir es andersrum gemacht, hätte es auch geklappt.

1934.593

Patrick Metz

Und ich glaube, auch da muss man sagen, Yvonne hat glaube ich 80% von diesem Weg, ist Yvonne gegangen, ich nur die 20% fertig gemacht und die E-Mail geschickt. Und das heißt, im Posteingang, das Lob, das ist bei mir angekommen, ist aber natürlich unser beider Lob, unser beider Arbeitsergebnis. Und ich glaube, das muss man sich als Tandem immer sehr klar vor Augen führen.

1947.585

johannafink

Ja. Ja. Ja.

1956.203

Patrick Metz

sind keine Konkurrenten. Zwischen uns passt im besten Fall kein Blatt. Wir lassen uns nicht durch solche Themen zerreiben und im Zweifel, wenn jetzt ein Vorgesetzter sagt, oder egal, irgendeinem Partner, ein Gesprächspartner von außen, da entweder was versucht zu interpretieren oder irgendwie auch sagt, du warst jetzt heute besser als der oder die.

1976.869

Patrick Metz

dass man das auch ganz aktiv offen anspricht und sagt, okay, das mag sein, dass du das heute gesehen hast, aber du weißt gar nicht, was im Hintergrund, wer von uns wann geliefert hat. Und ich glaube, das stelle ich mir schon herausfordernd vor, auch einfach weil viele Menschen in der Corporate-Welt mit diesem Modell halt noch nie in Berührung gekommen sind und im Zweifel auch gar nicht wissen, dass das auch Teil des Job-Sharing-Spiels ist.

1985.538

johannafink

Mhm. Ja. Ja. Ja, ja.

2002.585

Patrick Metz

einen Tandem im Bestfall dann komplett gemeinsam zu bewerten, wenn die Vereinbarung entsprechend auch getroffen ist.

2008.916

Yvonne Romina

Ja, um vielleicht da auch nochmal anzuknüpfen, also das denke ich ist schon auch ein ganz wichtiger Punkt, wenn man sich die Frage stellt, ob man eben geeignet ist für das Jobsharing, ist das Thema Kompromissbereitschaft auch, was ich finde, was dein Beispiel mit der Präsentation sehr schön aufgezeigt hat. Also wenn man so eine Vorstellung hat und will die immer so eins zu eins so durchbringen,

2021.271

johannafink

Hm. Hm.

2030.35

Yvonne Romina

dann ist man vielleicht weniger geeignet für das Job-Sharing oder wird da mehr Konflikte oder mehr Probleme bekommen? Weil es gehört natürlich schon dazu, die angefangenen Arbeit des einen dann so weiterzuführen, auch wenn man das halt eben selbst vielleicht ein bisschen anders gemacht hätte. Oder wenn wir uns jetzt konzeptionell Gedanken machen, da bringt jeder seine Ideen ein und am Ende ist es irgendwo ein Kompromiss. Und das denke ich, ist schon was, was einem klar sein soll. Also wenn man da schlecht von eigenen Gedanken und Ideen abrücken kann und das auf jeden Fall so durchbringen möchte,

2034.684

Patrick Metz

Vielen Dank für's Zuschauen.

2051.101

johannafink

Hmm. Ja.

2060.35

Yvonne Romina

Dann könnte das auf jeden Fall ein Hindernis sein für das Job-Sharing oder eine Schwierigkeit.

2068.643

johannafink

Also ich finde, man hört mit euch, bei euch im Gespräch sehr, sehr viel Erfahrung und Wissen über das Thema auf jeden Fall raus und man, also man merkt, dass ihr wirklich da quasi alte Hasen seid, was das Thema angeht. Und ja, ich glaube, also, wen das Buch interessiert, wir packen auf jeden Fall den Link in die Show Notes. Ich glaube, es Lesen lohnt sich.

2078.234

Patrick Metz

Danke.

2089.104

Yvonne Romina

Danke, das freut uns. Danke dir auch.

2093.131

johannafink

Ja, an dieser Stelle möchte ich mich bei euch bedanken. Jetzt haben wir schon über eine halbe Stunde rum, aber es war ein sehr, sehr spannendes Gespräch und ich finde, ihr habt ganz, ganz tolle Punkte nochmal geliefert und hoffe, ihr motiviert viele andere Menschen dazu, im Job-Sharing zu arbeiten. Ich bedanke mich bei euch für das Gespräch und wünsche euch alles Gute.

2116.698

Patrick Metz

Dankeschön. Tschüss.

2119.343

Yvonne Romina

Tschüss!

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