Elena Mertel | Teilzeitführung in der Arbeitswelt von morgen
Shownotes
Elena Mertel ist Organisationsentwicklerin, Coachin und Business Trainerin (BDVT). Mit Ria Meta begleitet sie Menschen, Teams und Organisationen dabei, Veränderungsvorhaben erfolgreich umzusetzen.
Wir sprechen in dieser Episode darüber, welche Erfahrungen sie mit dem Thema Teilzeitführung bereits gesammelt hat und wie sie als Organisationsentwicklerin auf das Thema blickt.
Folgendes habe ich Elena gefragt:
- Welche persönlichen Erfahrungen hast du mit dem Thema Teilzeitführung bisher gesammelt?
- Was sind aus deiner Sicht die großen Herausforderungen für Individuen, wenn es darum geht, Führung in Teilzeit erfolgreich zu leben?
- Wie sieht für dich die ideale Arbeitswelt von morgen aus?
Hier geht's zum Blogbeitrag, wenn du die Inhalte und Links dieser Episode nochmal nachlesen willst: https://teilzeittalente.de/77-elena-mertel-teilzeitfuhrung-in-der-arbeitswelt-von-morgen
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Mein Name ist Johanna Fink und ich unterstütze Unternehmen dabei, Führung in Teilzeit zum Erfolgsmodell zu machen. Mehr Infos zu mir findest du unter www.teilzeittalente.de
Transkript anzeigen
0.009
johannafink
vergessen. Und dann kommt meine erste Aufgabe, fehlerfreies Vorlesen.
10.401
Elena
Elena, ich darf direkt, genau.
13.029
johannafink
Ja, wunderbar, Elena. Elena Mertl ist Organisationsentwicklerin, Coaching- und Business-Trainerin. Mit RIA Meta begleitet sie Menschen, Teams und Organisationen dabei, Veränderungsvorhaben erfolgreich umzusetzen. Wir sprechen heute darüber, welche Erfahrungen sie mit dem Thema Teilzeitführung gesammelt hat und wie sie als Organisationsentwicklerin auf das Thema blickt. Hallo Elena, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist.
38.695
Elena
Hallo Johanna, freut mich auch total. Ich freue mich sehr auf unser Gespräch jetzt gleich.
45.555
johannafink
Ja, also ich bin ganz gespannt. Wir haben uns ja über LinkedIn kennengelernt. Ich folge dir da schon länger und ich mag deine klugen Beiträge, die du dort machst über ja, deinen Blick auf Organisationen, auf Arbeit. Und ja, irgendwann habe ich gesehen, ah, da könnte es auch so Anknüpfungspunkte zum Thema Teilzeit, Thema Teilzeitführung geben. Welche persönlichen Erfahrungen hast du denn mit dem Modellthema bisher gesammelt?
75.224
Elena
Erstmal danke für die Blumen. Das freut mich total. Ich sehe Teilzeit immer als eine Möglichkeit, Arbeitszeitmodelle zu flexibilisieren.
90.179
Elena
Und ich habe ganz unterschiedliche Erfahrungen auch in den letzten Jahren damit gemacht, weil ich einfach auch in sehr unterschiedlichen Settings unterwegs war und immer irgendwie gefordert war oder auch Selbstbedürfnis hatte, meine Arbeitsmodelle und auch meine Lebensmodelle kritisch zu hinterfragen und im Zweifel auch nochmal neu zu gestalten. Also das heißt, jetzt bin ich seit rund vier Jahren in der Selbstständigkeit unterwegs, da ist natürlich
117.68
Elena
Ja, Teilzeit und so eine Sache, ja. Also die letzten Wochen und Monate war das eher Fulltime als Teilzeit wahrscheinlich. Aber natürlich bin ich auch immer gefragt und tue das auch, meine Modelle dann oder meine Selbstständigkeit noch mal anders zu gestalten. Und ansonsten war ich aber auch in Festanstellungen und habe die, sage ich mal, vollzeitnah gelebt. Und das ist mir irgendwie auch wichtig zu betonen. Also das war auch noch, bevor ich irgendwie Mutter wurde,
123.148
johannafink
Mhm.
146.271
Elena
und er das Bedürfnis hatte, neben meiner Führungsrolle auch andere Lebensbereiche in den Blick zu nehmen. Zum Beispiel habe ich als Dozentin gearbeitet, neben meiner Rolle als Organisationsentwicklerin. Ich habe meine systemische Weiterbildung gemacht neben meinem Job und die hat auch viel Aufmerksamkeit bekommen. Das heißt also auch da,
162.056
johannafink
Hmm. Hmm.
170.759
Elena
habe ich schon versucht, meine Rollen immer möglichst flexibel zu gestalten, zu gucken, dass ich auch unterschiedliche Bereiche in meinem Leben gut in den Blick nehmen kann. Und meine Erfahrung war immer, es funktioniert. Also, es ist vielleicht hier unter echten Stretch, und es war so bis heute, aber mit der entsprechenden Motivation, vielleicht auch mit dem Willen, ja, Dinge zu hinterfragen, den Blick versteckt vielleicht auch,
198.746
Elena
auf Ergebnisse mal zu lenken und ein bisschen weg von so starren Zeitmodellen hat es bei mir eigentlich immer richtig gut funktioniert.
205.435
johannafink
Ja.
210.299
johannafink
Ja, jetzt hast du schon ganz viel wichtige Dinge angesprochen, ich überlege gerade, wo ich gerne anknüpfen möchte. Also ich glaube, das eine ist, was du gesagt hast, also es funktioniert. Ja, wenn man will, wenn man möchte, funktioniert es. Davon bin ich auch fest überzeugt. Und was ich auch wichtig finde, ist diese Perspektive, die du aufgemacht hast, dass Teilzeit eben nicht nur ein Modell für Muttis ist. Ja, also dieser Gedanke, es gibt heute so viele Menschen, die sich Flexibilisierung von Arbeit wünschen oder Flexibilisierung von Arbeit brauchen, warum auch immer.
239.906
johannafink
Es ist wirklich interessant, wie sich da auch das Bild in der Öffentlichkeit von der Realität unterscheidet. Also wenn man zum Beispiel in die Statistiken guckt, dann sieht man ganz klar, Kinder- oder Care-Arbeit ist nur noch bei einem Viertel aller Teilzeitarbeiten tatsächlich die Ursache für den Teilzeitwunsch. Das ist super interessant. Wenn man Menschen fragt, dann glaube ich, kriegt man eine Antwort, die genau umgekehrt ist, dass wahrscheinlich die Leute denken, drei Viertel aller Menschen arbeiten Teilzeit wegen Kindern zum Beispiel.
252.432
Elena
Copyright WDR 2021
266.886
johannafink
ist es aber gar nicht mehr so. Also da passiert eben gerade auch ein Wertewandel in der Gesellschaft, auf den sich Unternehmen natürlich auch einstellen müssen. Also das heißt ja auch, bedeutet ganz viel Veränderung fürs Unternehmen. Das ist zumindest meine Erfahrung und das ist auch ja vielleicht das, wo wir heute so ein bisschen sprechen können. Bevor wir auf die Unternehmenseite gucken und du hast es ja gerade auch schon angesprochen, ja, wenn man es selber will,
284.718
Elena
Mmh.
293.541
johannafink
Teilzeit bringt eben auch, du hast das Stretch genannt, Herausforderungen für das Individuum, also für die Person, die es tut, mit sich. Was glaubst du, was sind denn die großen Themen, mit denen man sich auf der individuellen Ebene beschäftigen muss, wenn man dieses Modell erfolgreich leben möchte? Ja.
312.394
Elena
Also zum einen würde ich das grad gerne nochmal aufgreifen, den Gedanken, den du gemacht hast. An wen denken wir dann, wenn wir Teilzeit hören und dann denken wir so oft an genau die Mutti, so die Frau irgendwie mit zu 30, ein, zwei Kinder, die irgendwie um 14 Uhr den Stift fallen lässt, um ihre Kinder aus der Kita um 14.30 Uhr abzuholen.
336.015
Elena
Ich hab immer in auch sehr dynamischen Arbeitsumfeldern gearbeitet, war eben viel auch in Agenturen unterwegs. Und da sah das ganz oft auch ganz anders aus. Also sowohl was die Geschlechterverteilung angeht, als auch das Lebensmodell. Da waren viele auch in anderen Konstellationen unterwegs, lange vor Corona und vor dieser ganzen Hybriddebatte. Da gab es da schon viel. Und zwar weil Menschen gesagt haben,
345.657
johannafink
Hm. Ja.
364.821
Elena
Es haben sich vielleicht viele Themen auch beschleunigt in unserer Arbeitswelt. Also wir arbeiten ohnehin auch in vier Tagen schon echt viel. Deshalb nutze ich diesen freien Freitag beispielsweise, was bei uns ganz viele so gemacht haben, für andere Themen. Vielleicht einfach auch mal um zu sein. Und da habe ich auf meinem Weg
384.65
johannafink
Ja. Ja. Ja.
391.492
Elena
Ich denke jetzt gerade auch an Kollegen, die das gemacht haben mit Ende 20, Anfang 30, die gesagt haben, ich fahre gerne Rennrad oder ich will dieses Buchprojekt mal umsetzen, das kriege ich ansonsten nicht hin. Das finde ich echt auch nochmal wichtig, dass wir da auch lernen, ein bisschen offener zu denken und weg von diesen Stereotypen, die wir so im Kopf haben.
414.616
Elena
Und wenn du so nach den Herausforderungen fragst oder sag mal, was es vielleicht auch braucht, damit es möglich ist, dann ist es, glaube ich, oft erst mal auch dieses Anerkennendes, das System, in dem wir da eben gerade leben und arbeiten, es uns an vielen Stellen nicht so leicht macht, sondern so der Weg, der irgendwie so gewollt ist und der irgendwie auch gefördert wird, ist ja Vollzeit.
431.084
johannafink
Hm. Ja. Ja.
437.688
Elena
40 Stunden plus. So was nämlich bei meinen Konstellationen war ja immer eher mehr als diese 40 Stunden. Und dann kriegst du Kinder und im Zweifel ist es da dann auch schon so, dass der Mann vielleicht in so einem klassischen Modell mehr verdient als die Frau und hoppla.
454.957
Elena
passiert ist, dass die Frau zurücksteckt und der Mann geht wieder arbeiten. Deshalb konnte ich zum Beispiel, bevor ich im letzten Jahr Mutter geworden bin, auch bei vielen in meinem Umfeld beobachten, dass genau das passiert. Und das waren häufig Konstellationen, wo ich dachte, hä, Moment mal, da stimmt doch irgendwas nicht. Das waren Frauen wie ich, die waren
475.077
johannafink
Hm. Ja. Ja.
477.944
Elena
die sind ja auch ambitioniert, diszipliniert, die haben irgendwie lange viel reingegeben, auch in ihre Ausbildung und sind dann auf einmal, sag ich mal, ja, ich würde fast schon sagen in die Falle getappt und so, der Mann geht wieder arbeiten, für den Mann hat sich kaum was verändert und das geht ja dann schon in der Schwangerschaft los.
499.921
Elena
Also ich glaube, das ist so das erste Mal, sich dessen bewusst zu werden. Das ist ein System und das sind ja dann auch Stichworte wie Ehegattensplitting, aber eben auch Gender Pay Gap und so weiter, was eigentlich diesen Prozess begünstigt.
507.517
johannafink
Ja. Ja.
515.879
Elena
Und wenn ich das schon mal verstanden habe, dann muss ich, glaube ich, so mit mir selber mal gucken, was bringe ich da so für Prägungen mit. Ich zum Beispiel bin ein Kind von einer alleinerziehenden Mutter. Das heißt, ich merke immer, bei mir ist ein extremes Autonomiestreben, ich will mich gar nicht in so eine Abhängigkeit begeben, also muss ich wieder gucken, wie kann dann ein Modell aussehen, was für mich funktioniert.
539.735
Elena
Also, das heißt, auch da dann hinzugucken mit allen Möglichkeiten und auch Einschränkungen, die ich habe. Wie kann jetzt ein Modell aussehen, was für mich und auch für meine Konstellation gut funktioniert? Das heißt, ich habe ganz früh auch angefangen, mit meinem Partner darüber zu diskutieren und zu sprechen. Wie stellst du es dir vor? Wie stelle ich es mir vor? Was haben wir für finanzielle Möglichkeiten? Wie siehst du auch dann deine Rolle als Vater? Willst du es so machen,
567.244
Elena
unsere Väter. Und da waren wir uns beide recht schnell auch einig, nee, wollen wir beide nicht. Also das heißt auch, sich diesen Prägungen, den wir ausgesetzt sind, auch bewusst zu werden. Wenn wir natürlich irgendwie auch so aufgewachsen sind, dass in unseren Generationen, sag ich mal, vielleicht noch
568.319
johannafink
Ja. Hm.
588.865
Elena
die Mutter oft zu Hause war und irgendwie das warme Essen auf dem Tisch steht, dann können wir uns davon ja auch nicht ganz frei machen, dass so ein Ideal da noch besteht, ja. So, jetzt habe ich einen… Du darfst mich wieder reinholen, weil sonst kann ich ja…
598.319
johannafink
Ja.
602.995
johannafink
Ja, alles gut. Ich würde tatsächlich gerne, also jetzt hast du schon super wichtige Punkte angesprochen, ich würde gerne noch mal kurz darauf zurückkommen, was du über sozusagen die, was das System eigentlich will. Fand ich einen spannenden oder wichtigen Punkt, den wir gerade im Vorgespräch ja auch schon so ein bisschen thematisiert haben. Also das Grundproblem, dass eigentlich die Strukturen, die wir vorfinden, jetzt in dem Fall als Frauen oder Mütter,
618.916
Elena
Das war's für heute.
628.456
johannafink
uns eigentlich in eine Richtung schieben, wo vielleicht viele gar nicht hinwollen bzw. wo wir uns finanziell eben auch in eine Abhängigkeit begeben. Und jetzt kann man natürlich sagen, okay, das ist so. Also ich bin fest davon überzeugt, das muss sich ganz dringend ändern. Wir müssen verstehen, dass Familienpolitik Wirtschaftspolitik ist und wir machen eine ganz, ganz schlechte Familienpolitik momentan.
651.632
johannafink
Also da ist E-Gartensplitting genannt, das Thema Verteilung des Elterngeldes. Es sind lauter Punkte, das wären wirklich Strauben, an denen kann man relativ einfach drehen, die eine ganz, ganz starke Hebelwirkung hätten. Das sieht man ja auch in den skandinavischen Ländern zum Beispiel. Schweden hat das in den 70er Jahren schon gemacht und hat damit ja wirklich sehr, sehr gute Erfolge erzielt. Jetzt ist es natürlich so momentan, wie es ist. Jetzt kann man sich politisch dafür einsetzen, dass sich was verändert. Das macht sicherlich auch Sinn. Aber momentan ist es, wie es ist.
657.381
Elena
Vielen Dank für's Zuschauen.
680.674
johannafink
Ich glaube, was du gesagt hast, dem erst mal bewusst zu sein, zu sagen, okay, da ist eine Struktur, die schiebt mich in die Richtung und sich damit bewusst auseinanderzusetzen und dann eine Entscheidung zu treffen, die kann eben dann so aussehen, wie du sie jetzt beschrieben hast, dass man sich für ein gleichberechtigtes Modell entscheidet. Sie kann aber auch so aussehen, dass einer sagt, nee, du, ich mache jetzt hier mal zu Hause, du machst den Job, ist auch okay, dann muss man halt für einen finanziellen Ausgleich sorgen. Also ich glaube, das sind so Dinge, die passieren müssen und die
701.51
Elena
Vielen Dank für's Zuschauen.
708.217
johannafink
Ja, glaube ich aber sehr wenig im Bewusstsein der, ja leider muss man jetzt wieder sagen, Frauen sind vor allem und aber auch viele Männer, glaube ich, machen sich da aber wenig Gedanken. Jetzt wird mich so ein bisschen interessieren, du hast ja diesen OE oder Organisationsentwicklungshintergrund,
725.503
johannafink
Was heißt denn das jetzt für Unternehmen? Also jetzt habe ich da gut ausgebildete Frauen und Männer, die vielleicht irgendwann sagen, okay, ich würde gern weniger arbeiten, warum auch immer. Wie gehe ich denn als Unternehmen geschickt damit um, beziehungsweise was kann ich denn
742.534
johannafink
strukturell und kulturell dafür tun, dass diese Arbeitsmodelle nicht zur Falle werden. Weil das ist ja auch was, was ganz oft passiert, also Stichwort, selber Arbeit für weniger Geld, also dass Menschen dann eben sagen, uch, jetzt arbeite ich nur vier Tage, aber ich versuche halt jetzt irgendwie selber Arbeit wie andere nur einfach schneller zu machen und kriege dafür weniger Geld. Das ist ja ein Modell, das kann man tun, ist aber relativ wenig nachhaltig aus verschiedensten Gründen. Was kann denn auf der Unternehmensseite passieren oder was können Unternehmen tun, damit
761.305
Elena
Ich bin sehr froh, dass Sie hier sind.
766.613
Elena
Copyright WDR 2021
771.817
johannafink
Teilzeit zu dem vier Jahren Arbeitsmodell wird.
775.876
Elena
Ja, also ich würde gerne den einen Punkt noch mal unterstreichen, weil den finde ich total wichtig. Der bringt uns, glaube ich, genau dahin. Also ich glaube, wir müssen wirklich verstehen, dass Kinderkriegen kein Frauenthema ist, sondern ein Gesellschaftsthema. Ja, und also da geht es ja meistens schon los. Also so habe ich es selbst auch erlebt in meiner Schwangerschaft. Als ich meinem Auftraggeber damals gesagt habe, ich bin schwanger, war seine Reaktion zum Beispiel, oh, beim nächsten Mal nehmen wir für den Job einen Mann.
804.241
Elena
Ja, was, genau, super, hat mich auch sehr überrascht, einerseits und andererseits irgendwie auch nicht, weil es eigentlich das unterstrichen hat, was ich einfach auch in meinen Jahren der Festanstellung immer wieder erlebt habe, dass es da einfach auf Top-Level eben noch viele Männer gibt mit genau diesem Verständnis, die zwar sagen,
804.309
johannafink
Ja, super. Ja.
827.517
Elena
Wir wollen Frauen fördern, aber wenn es dann wirklich in der Realität darum geht, Macht anders zu verteilen, Modelle anders zu gestalten und auch ein Stück weit, genau wie du sagst, nämlich wegzulösen von, die Frauen kriegen die Kinder, die Frauen sind also deshalb dafür verantwortlich, naja, und müssen stillen und die Kinder wollen schon erstmal, erstmal bei den Kindern, ne?
841.323
johannafink
Ja. Ja. Ja.
847.944
Elena
davon weg, so. Und mal so ein bisschen daran zu rütteln und zu sagen, nee, nee, Moment mal, würdet ihr denn nicht auch gerne, wenn ihr könntet, so, ja. Dann können wir beginnen, auch neue Spielregeln aufzustellen, so. Denn mein Blick, und ich habe jetzt in meiner Führungsrolle tatsächlich in einem sehr männerdominierten Umfeld gearbeitet, so.
873.592
Elena
Es hatte den Vorteil, dass ich auch gesehen habe, wie viele männliche Geschäftsführer, das muss ich nicht gendern, eigentlich auch ein sehr flexibles Modell für sich kreiert haben. Weil die nämlich auch gesagt haben, Moment mal, ich habe da ein, zwei, drei Kinder zu Hause, ich würde die gerne sehen. Und was haben die im Unterschied gemacht zu den Frauen,
884.292
johannafink
Ja, ja. Hm. Hm. Hm.
896.271
Elena
sagen, Moment, wie viele Stunden? 32 oder 32,5 diese Woche. Die haben sich ihre Rolle klargemacht, haben gesagt, was kann ich in meiner Rolle, was wird von mir in meiner Rolle verlangt? Wo fängt meine Verantwortung an? Wo hört sie auf? Und haben, so habe ich es ganz oft erlebt, vielleicht auch ihre Leistung viel stärker an den Ergebnissen gemessen.
919.48
Elena
Und ich glaube, das ist ja auch das, wo wir in Zukunft hin müssen. Weg von diesem starren Blick auf Arbeitsstunden und hin zu dem Fokus auf Ergebnisse. Und das tritt natürlich aber mal unsere Arbeitsmodelle, so wie wir sie heute haben, einmal komplett links.
919.514
johannafink
Ja. Ja. Ja. Ja. Haar ist spannend. Ja. Ja.
943.524
johannafink
Also da würde ich jetzt gleich gerne mal kurz einhaken, weil super, super spannendes Thema beschäftige ich mich auch ganz viel damit. Ich habe vor kurzem ein tolles Interview mit Nadine Nobile gemacht von New Pay Collective, genauer über dieses Thema, weil wenn wir nämlich anfangen, über Ergebnisorientierung zu sprechen und dann im Endeffekt auch über ergebnisorientierte Honorierung sprechen irgendwann, weil das ist dann genau die Frage, wenn jemand in 32 Stunden
951.988
Elena
Ja, cool.
967.705
johannafink
denselben Output liefert wie jemand in 40 Stunden. Was ist denn dann ein faires Gehalt? Also auf die Frage kommt man ja beim Thema Teilzeit, vor allem beim Thema Führung in Teilzeit ganz, ganz schnell. Super spannendes Thema und auch, aber gleichzeitig glaube ich so eine der Knackpunkte und aber auch der schwierigsten Themen, weil man natürlich ganz schnell merkt, okay, wenn ich anfange Honorierungsmodelle zu verändern, dann kann ich das nicht nur für Teilzeitkräfte machen.
982.79
Elena
Mh.
992.875
johannafink
sondern da hängt ja dann ein ganzer Rattenschwanz dran und weiß nicht, ob du dafür eine einfache Antwort hast, aber im Gespräch mit Nadine sind wir eigentlich schon irgendwo gekommen, okay, eine einfache Antwort gibt es auf jeden Fall nicht an der Stelle, sondern es ist ein Prozess, der da in Gang gesetzt werden muss und es muss sich was, wie du gerade gesagt hast, an der Art und Weise verändern, wie wir Arbeit honorieren und was wir eigentlich als Leistung betrachten.
1018.899
Elena
Ja, ja. Da ist Nadine bestimmt noch mal viel mehr Expertin in dem Bereich so New Pay. Also ich kann so einerseits vielleicht aus einer persönlichen, aber auch aus einer Coachingperspektive argumentieren.
1034.053
Elena
Also auch da wieder, es geht irgendwie einerseits darum, die eigene Standpunktsicherheit zu stärken, um nicht zu sagen, Moment mal, wie kann es sein, ich mit dem gleichen Werdegang vielleicht sogar noch stärker qualifiziert, wie kann es sein, dass ich im Zweifel hier in unserem Gehaltsgefüge an einer anderen Stelle stehe wie du.
1041.578
johannafink
Ja. Ja. Ja. Ja. Ja.
1053.797
Elena
setzt aber auch eine Debatte darüber voraus, die ja häufig noch viel zu wenig stattfindet, weil Gehalt irgendwie so ein privates Thema ist, weil Gehalt ganz oft verbunden ist mit Erfolg. Also sind wir irgendwie beschämt und reden nicht darüber.
1069.531
Elena
So, weil wir das Gefühl haben, mein Gehalt sagt ganz viel darüber aus, wie gut, in Anführungsstrichen, ich bin. Und eigentlich, wenn man ehrlich ist, sagt es eigentlich nur was darüber aus, wie gut ich verhandelt habe oder eben wie transparent auch Gehaltsmodelle in Organisationen schon sind. Und das sind sie ja an vielen Stellen eben nicht so.
1077.841
johannafink
Ja. Ja. Ja. Ja.
1092.624
Elena
Das ist glaube ich das eine und da müssen wir aber hinkommen. Also wir müssen irgendwie hinkommen, dass wir in Organisationen andere Korridore festlegen, dass wir, sage ich mal, objektive Kriterien dafür festlegen, warum und dann vielleicht auch sogar verstärkt in Rollen denken.
1107.432
johannafink
Ja. Mhm. Mhm. Mhm. Mhm.
1114.189
Elena
Sag ich mal, welches Gehalt sehen wir zum Beispiel für die und die Rolle vor? So weg von Personen. Passiert dabei natürlich bisher auch, da wo ich so unterwegs bin, noch recht wenig. Und dann würde ich, und so habe ich es einfach oft auch gehandhabt, immer ganz viel über die eigene Standfunksicherheit gehen. Also zu gucken, wie kann ich für mich
1135.674
Elena
zum Beispiel ein anderes Gehalt vielleicht raushandeln, wie kann ich gucken, dass ich da eine andere Gerechtigkeit auch erreiche. Aber da kommen wir natürlich an Grenzen, an Systemgrenzen total.
1144.309
johannafink
Ja. Ja. Ja. Ja, ich glaube, das ist ganz wichtig, was du sagst. Also ich glaube auch, dass diese, und das sehe ich auch, ich spreche im Podcast ja auch viel mit Teilzeitführungskräften und es gibt aus meiner Sicht ein einziges verbindendes Merkmal aller erfolgreichen Teilzeitführungskräfte und das ist, was du sagst, das ist eine Stammkundsicherheit. Das sind Menschen, die wissen, was sie können und die das vertreten können. Das ist wirklich so. Also ich, jetzt,
1171.288
johannafink
Es sind unterschiedlichste Leute, unterschiedlichsten Branchen, unterschiedlichste Arbeitsmodelle, aber das ist der verbindende Faktor, den ich für mich erkannt habe. Und das ist natürlich was, wo ich auf einer individuellen Ebene dran arbeiten kann. Also wo ich gucken kann, durch Coaching oder andere Methoden, wie komme ich denn da hin, wenn ich da nicht eh schon bin vom Grundcharakter her. Und auf der anderen Seite hast du gerade gesagt, und auch das ist wichtig, gibt es eben Grenzen, an die ich stoße. Was sind das für Grenzen? Also was siehst du da? Was erlebst du da? Welche Erfahrungen hast du vielleicht gemacht oder wovon hast du gehört?
1176.194
Elena
Und das war's für heute. Vielen Dank.
1201.049
Elena
Jetzt meinst du ganz allgemein mit dem Thema Teilzeitführung.
1206.049
johannafink
Genau, also in Organisationen, was ist auf der organisationalen Ebene, also aus der anderen Perspektive, wo sind die Veränderungspunkte sozusagen aus Unternehmenssicht? Wie müsste sich eigentlich was verändern, damit eine Chancengerechtigkeit herrscht?
1219.98
Elena
Also in vielen Stellen stoßen wir da natürlich immer noch auf so Punkte von, naja, Führung ist ein Fulltime-Job. Das sind ja dann immer noch so Mythen, die da auch herrschen. In anderen Positionen geht das durchaus, aber das verlangt ja, dass wir irgendwie immer erreichbar sind.
1236.271
johannafink
Ja. Ja.
1239.868
Elena
Also solche Mythen treffe ich dann ganz viel. Was ist das noch? Ja, wir haben ja versucht, jemanden auch vielleicht dafür zu bekommen. Wir wären ja bereicht, aber die trauen sich das auch nicht zu. So was höre ich dann auch ganz, ganz häufig. Und ich glaube, was es da braucht,
1259.872
Elena
einerseits auch, sag ich mal, erst mal diesen Blick, wie können wir vielleicht, da komme ich jetzt vielleicht auch mit der Perspektive mal, wie können wir vielleicht als Organisation auch davon profitieren? Warum macht es also vielleicht auch für uns Sinn, mal in solchen Modellen zu denken? Dann sind wir nämlich weg von diesem, ja, ihr müsst, ihr müsst, ihr müsst und sind eher da, wo wir dann auch sehen, es lohnt sich eigentlich für euch auch, Modelle zu flexibilisieren, weil ihr
1270.555
johannafink
Ja. Ja. Ja.
1287.859
Elena
einerseits natürlich eure Arbeitgebermarke stärkt, weil ihr wieder attraktiver werdet, auch für Talente und weil, müssen wir auch ganz einfach sagen, weil der Trend in diese Richtung zeigt, weil Menschen heute anders arbeiten wollen und das finde ich ganz wichtig, da auch das Menschen zu unterstreichen, denn da wo ich unterwegs bin und so hingucke, da sind es nicht nur die Frauen, sondern da sind es auch die Männer, die sagen,
1312.073
Elena
Ja, Karriere ist mir wichtig, aber ich will auch noch anderen Dingen Raum geben. Das heißt, ich glaube, es braucht einerseits diesen Blick und dann müssen wir natürlich in Organisationen aber auch die Strukturen und die Prozesse dafür schaffen. Wir müssen irgendwie gucken, dass wir auch ein Stück weit wegkommen, sage ich mal ganz konkret weg von diesem Default-Modus. Wir brauchen jetzt ein Meeting und das Meeting machen wir jetzt mal um 17.30 Uhr.
1315.862
johannafink
Hm. Ja, ja, ja.
1339.957
Elena
und mal hinkommen, zum Beispiel dazu, welche Aufgaben können wir vielleicht auch asynchron erledigen. Was ich als einen riesen Hebel sehe, sowohl in meiner Selbstständigkeit, jetzt wo ich eben auch das Vereinbarkeitsthema persönlich erfahre, das sehe ich aber auch bei Coaching-Klientinnen von mir, die in Teilzeitführung sind. Dass das ein großer Hebel sein kann, dass wir eben sagen, hey, Moment mal zwischen
1345.06
johannafink
Ja, ja, ja. Ja, ja. Ja. Ja.
1364.292
Elena
Zwei und fünf bin ich nicht so gut erreichbar, aber um 20 Uhr sitze ich noch mal am Schreibtisch und dann beantworte ich das, schicke mir einfach eine Audio dazu. Also auch da mal anfangen, in kreativeren Lösungen zu denken und irgendwie so, ja, vielleicht auch eine Bereitschaft zu haben, neue Modelle möglich zu machen. Auch mal was auszuprobieren, es geht ja darüber.
1374.633
johannafink
Ja ja. Ja ja.
1389.974
Elena
Und im Grunde auch anzuerkennen, dass wir in vielen Stellen ja auch schon so unterwegs sind. Das ist es vielleicht auch.
1397.79
johannafink
Ja, ich glaube, also das, was du gerade, also das sind alles ganz, ganz wichtige Punkte, was mich gerade noch so ein bisschen, wo ich noch mal drauf gucken möchte, ist das Thema Asynchronität oder asynchronous Arbeiten, weil ich mich da auch sehr viel damit beschäftigen und auch glaube, das ist so ein ganz praktischer und ganz, ganz wichtiger Hebel, vor dem vor allem nicht nur die Teilzeitkräfte profitieren, sondern eigentlich die gesamte Organisation. Und für mich ist
1418.37
johannafink
Das, was beim Thema Teilzeitführung passiert oder die ganzen Punkte, die du jetzt genannt hast, das Thema Führungsverständnis, das Thema Perspektive auf flexible Arbeitsmodelle, das sind alles Dinge, von denen profitieren ja nicht nur die Teilzeitkräfte im Unternehmen, sondern es sind quasi
1436.988
johannafink
Ich finde, Teilzeit hat so einen Brennglas-Effekt auf ganz viele Dinge. Also wenn Dinge in Organisationen nicht optimal laufen, Meetings zum Beispiel, dann ist das für eine Vollzeitkraft vielleicht blöd, aber jetzt nicht. Das killt die nicht. Wenn du in Teilzeit bist, dann ist halt genau dieser Punkt der Tropfen auf den heißen Stein, wo es halt dann nicht mehr geht. Oder woran man merkt, okay, so funktioniert es halt einfach nicht. Die anderen können das über Zeit puffern. Oder wenn du Mitarbeitende hast, die, sagen wir mal, unzufrieden sind,
1462.959
Elena
SWISS TXT AG, 2020
1463.865
johannafink
die nicht die Leistungen bringen, die sie eigentlich bringen müssten. Was passiert oft bei einer Vollzeitführungskraft? Na ja, die covert das halt. Ja, dann werden Arbeitsergebnisse nachbearbeitet oder es werden halt Aufgaben dann doch selber gemacht. Und das sind lauter Dinge, die in Teilzeit einfach nicht funktionieren, weil du die Zeit nicht hast. Und du musst quasi das Problem an der Wurzel anpacken oder musst was an den Strukturen verändern. Und davon, glaube ich, profitieren eben im Endeffekt ganz viele Menschen in der Organisation, weil es hat so ein bisschen so einen Aufräumeffekt aus meiner Sicht.
1488.767
Elena
Ich bin sehr glücklich, dass Sie hier sind.
1494.224
Elena
Ja, also total richtig. Ganz häufig sehe ich ja auch Menschen in Vollzeit, die am Ende der Woche auch noch eine lange To-do-Liste übrig haben. Das heißt, auch da müssen wir mal sehen, wo geht denn unsere Reise hin. Wir sehen ja jetzt schon, dass viele Menschen also spüren durch die Entgrenzung, aber auch durch die Beschleunigung,
1501.025
johannafink
Genau, genau, ja. Ja.
1519.206
Elena
ständige Erreichbarkeit, dass wir neue Modelle auch da finden müssen, dass wir an anderen Stellen entlastet wieder sind. Das heißt, auch da ist es für mich irgendwie dieser Blick so hin zu, wie können wir auch unseren Erfolg auch anders messen. Also heißt, viel mehr Fokus auf Ergebnissen.
1539.786
Elena
Aber dafür müssen sich zum Beispiel auch Führungskräfte, Entscheiderinnen viel mehr mit dem beschäftigen. Wo wollen sie eigentlich hin? Das ist zum Beispiel auch so was. Warum passiert denn so was wie ja, wir müssen jetzt da nochmal ein Meeting und wir müssen da nochmal, weil es eigentlich, weil vielleicht hier und da auch dieser Blick auf das nach vorne noch ein Stück weit fehlt. Also wo wollen wir eigentlich hin und was bedeutet das dann vielleicht, wenn wir das mal runter, ja, wie sagt man,
1545.435
johannafink
Ja. Ja. Brechen, runterbrechen. Ja.
1566.8
Elena
Deskadieren, ja, du weißt, was ich meine. Weil dann können natürlich Entscheiderinnen viel mehr Orientierung geben, viel mehr Freiraum im Zweifel auch lassen und mehr Selbstbestimmung möglich machen.
1578.029
johannafink
Ja. Und schaffen sich auf der anderen Seite, und das ist, glaube ich, genau der Knackpunkt, warum ich auch so ein Fan von einem modernen Führungsverständnis bin, wenn es um Teilzeit geht. Sie schaffen dadurch ja auch Freiraum für sich, was du vorhin bei deinen Geschäftsführern beschrieben hast. Wenn ich Rahmenbedingungen schaffe, wo jeder weiß, was er zu tun hat, wo klar ist, wo es hingeht, dann bin ich nicht dauernd im Feuerwehrmodus als Führungskraft unterwegs und muss dauernd hier ein Meeting und da ein Meeting und da ein Notfall besprechen. In der Regel
1607.056
johannafink
Weil es weiß ja jeder, was er zu tun hat. Und klar habe ich dann Aufgaben. Ich muss mir die Entwicklung für Mitarbeiter kümmern. Ich muss gucken, wenn es irgendwo schief geht, wie kann ich unterstützen. Aber ich bin nicht in diesem ständigen, und ich glaube, das ist so ein Grundding, dieses ständige, ja, wenn ich nicht da bin, dann läuft der Laden nicht. Also dieses Führungsverständnis ist aus meiner Sicht einer der größten Killerverteidigungen.
1632.406
Elena
Da würde ich sogar fast mal in diese Coaching-Perspektive einsteigen, weil ich habe natürlich oft Führungskräfte, die genau damit zu kämpfen haben. Die sagen, ich weiß nicht, wie ich mich eigenerseits aus dem Operativen rausziehen kann und trotzdem diesen strategischen Aufgaben gerecht werden kann. Boah, das ist so viel.
1648.251
johannafink
Ja. Ja. Ja. Ja. Ja.
1652.432
Elena
eigentlich kann ich das gar nicht schaffen. Das ist ja auch, sag ich mal so, fast schon vielleicht so ein Gefühl unserer Zeit. Gleichzeitig bietet, finde ich, sowas ja immer auch eine gute Chance. Ja, okay, stimmt, wenn eigentlich eh immer mehr Arbeit da ist, als ich vielleicht leisten kann, bietet das ja auch die Chance nochmal zu sagen,
1675.094
Elena
Wie will ich denn arbeiten? Wie fühlt sich denn für mich zum Beispiel ein guter Arbeitstag an? Ja, zum Beispiel, da würde ich immer so einladen zu, hey, ich kann abends meinen Computer zumachen oder mal am Nachmittag und ich weiß, da ist noch was da, ja, aber ich kann den Fokus darauf richten, was ich erreicht habe und morgen mache ich ihn wieder auf und es ist okay. So, und wenn das eigentlich ein Idealzustand für mich ist, dann muss ich doch gucken, wie baue ich mir das Setting, ja, wie
1681.288
johannafink
Ja. Ja. Ja. Ja, ja.
1704.94
Elena
kann ich irgendwie zu einem Profi in Sachen Selbstführung irgendwie auch werden und sagen, es geht ja nicht nur darum, dass wir hier alle überleben, sondern es geht auch darum, dass ich mir irgendwie meinen Arbeitsalltag, mein Leben so gestalten kann, dass es zu mir und meinen Bedürfnissen passt.
1724.872
johannafink
Hm. Ja.
1727.142
Elena
Dann bin ich vielleicht auch viel stärker im Driver-Seat, kann im besten Fall auch gut unterscheiden zwischen dem, was ist jetzt gerade wirklich wirklich wichtig und was vielleicht auch nicht. Verliere mich weniger im Klein-Klein. Und ohne den Fokus zu sehr auf Frauen zu richten, klar, da haben wir glaube ich auch an vielen Stellen noch eine Aufgabe zu sagen,
1749.855
Elena
dass wir uns nicht in dieser Perfektion, zum Beispiel, dann verlieren nicht im Kleinen, Kleinen, sondern auch da sagen, ja, was ist genug? Vielleicht im besten Fall. Wie sieht eine gute Woche aus? Wie kann ich das an der Stelle so machen, dass es, dass es für mich selber sich auch richtig anfühlt, richtig gut anfühlt? Ja.
1769.57
johannafink
Ja, also das Thema Selbstführung ist ein super wichtiges Schlusswort, über das wir jetzt wahrscheinlich noch mal eine halbe Stunde sprechen könnten. Aber ich glaube, das würde ich gerne so stehen lassen. Ich glaube, es ist sehr passend, was du gerade gesagt hast.
1786.101
johannafink
Zum Abschluss würde ich gerne noch mal so ein bisschen rauszoomen. Jetzt waren wir viel so auf dieser Ebene auch des Individuums unterwegs. Und was braucht es eigentlich? Was ist auf der Seite der Organisationenwünschen wichtig? Wenn das Leben ein Wunschkonzert wäre und du einen Wunsch bei einer guten Fee frei hättest, was wäre dein Wunsch für die Arbeitswelt der Zukunft? Wie sollte die aussehen?
1810.845
Elena
Oh, schöne Frage. Also zum einen wünsche ich mir tatsächlich, dass wir alle unsere Modelle so schaffen können, wie wir sie haben wollen.
1826.8
Elena
An vielen Stellen, wo ich Einblicke gewinne, immer mehr den Eindruck, es geht wirklich oft um so einen Survival-Modus. Aber das ist doch nicht erstrebenswert an vielen Stellen. Und das hat bestimmt auch ganz viel damit zu tun, wie wir halt gelernt haben, auch zu arbeiten, nämlich so lange zu arbeiten, bis wir nicht mehr können. Dass wir uns an vielen Stellen dann auch ein Stück weit damit labeln, so, ach ja, okay, noch mehr geschafft und noch mehr geschafft.
1845.316
johannafink
Hmm. Ja, ja.
1853.056
Elena
Und das ist aber doch eigentlich nichts, was erstrebenswert ist. Also ich würde eigentlich alle, die irgendwie vielleicht jetzt auch zuhören, so dazu einladen, eigentlich eher dahin zu gucken, hey, es ist total cool und es ist erstrebenswert zu sagen,
1868.848
Elena
mir geht es gut mit meiner Arbeit. Ich muss nicht arbeiten, bis ich nicht mehr kann, sondern ich darf es mir leicht machen, Arbeit darf Freude machen. Und es ist mein Leben, ich darf es mir so gestalten, wie es für mich sich richtig anfühlt. Und in Richtung EntscheiderInnen, sage ich mal in Organisationen, würde ich mir auch wünschen, dass es
1891.937
Elena
mehr hingeht in Richtung Vertrauenskultur. Vertrauen haben wir heute noch gar nicht gehabt, aber natürlich heißt es auch ein Stück weit weg von Kontrolle hin zu mehr Vertrauen. Und dann auch die Einladung auszusprechen so, traut euch auch da mal neue Modelle zu ermöglichen, auch eure eigenen Stereotype zu hinterfragen und neue Wege zu gehen im Grunde.
1895.538
johannafink
Hm.
1921.357
johannafink
Ja, ich danke dir ganz herzlich für das schöne Schlusswort. Neue Wege gehen finde ich immer gut und ich glaube mit dem Thema Teilzeitführung, das ist ein neuer Weg, den wir hier gemeinsam beschreiben. Ich wünsche dir alles Gute und bedanke mich für das schöne Gespräch. Tschüss.
1936.782
Elena
Danke dir für das wirklich schöne, kurzweilige Gespräch. Ciao.
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