Franziska Büschelberger | Unpaid Care Work

Shownotes

Franziska Büschelberger hat die Unpaid Care Work-Initiative auf LinkedIn ins Leben gerufen und macht damit auf den Wert von Sorgearbeit in unserer Gesellschaft aufmerksam.

Wir sprechen in der Episode darüber, warum der geringe Stellenwert von Sorgearbeit in unserer Gesellschaft ein Problem ist, wie sich das ganz konkret auf Teilzeitarbeitende auswirkt und was passieren muss, damit sich endlich etwas ändert.

Ich habe Franziska gefragt:
• Wie bist du dazu gekommen, dich mit dem Thema zu beschäftigen?
• Warum ist der geringe Wert von Sorgearbeit in unserer Gesellschaft ein Problem, beispielsweise auch für Teilzeitarbeitende?
• Was müsste sich deiner Meinung nach verändern, damit sich der Wert von Sorgearbeit in unserer Gesellschaft verändert?

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Mein Name ist Johanna Fink. Ich setzte mich für eine Arbeitswelt ein, in der Kompetenz und Potenzial über Karriere entscheiden, nicht die Arbeitszeit. Mehr Infos über mich findest du unter www.johannafink.de und www.teilzeittalente.de

Transkript anzeigen

00:00:01: Franziska Büschelberger hat die Unpaid Care Work Initiative auf LinkedIn ins Leben gerufen und macht damit auch den Wert von Sorgearbeiten unserer Gesellschaft auf.

00:00:09: Wir sprechen heute darüber, worum der geringe Stellenwert von Kehrarbeit in unserer Gesellschaft ein Problem ist und wie sich das ganz konkret auf Teilzeitarbeiten da auswirkt und was passieren müsste, damit sich endlich

00:00:20: etwas ändert.

00:00:21: Herzlich willkommen Franziska!

00:00:22: Ich freue mich sehr, dass du darfst.

00:00:24: Vielen Dank Johanna.

00:00:25: ich

00:00:25: freue mich.

00:00:27: Ja, wir kennen uns ja schon länger oder sehen uns schon länger sagen wir so vor allem auf LinkedIn.

00:00:33: Du hast mit Unpeak CareWork eine Initiative geschaffen die sehr sichtbar ist auch auf LinkedIn.

00:00:40: magst du erstmal nochmal kurz erzählen erst mal was ist Unpeek CareWork und wie bist du da zurückkommen?

00:00:46: Also ich sage immer gerne ich habe das aus Versehen gemacht.

00:00:50: viele glauben immer dass sich das lange geplant haben habe nicht.

00:00:54: Ich bin viele, viele Jahre alleinerziehend gewesen und ein zutiefst ehrlicher Mensch.

00:01:00: Deswegen habe ich schon immer meine eigene Sorgeverantwortung im Lebenslauf eingetragen.

00:01:06: Schlicht weiß nicht anders gingen weil der erste Anruf aus dem Kindergarten das war klar dass er irgendwann kommt und dann hätte ich nicht dann erst um die Ecke kommen wollen.

00:01:14: auch übrigens ich bin Mutter.

00:01:17: deswegen habe ich meine Kinder schon immer ganz ehrlich in den Lebenslauf angegeben Und davon mal abgesehen, dass Elternzeit auch eine jahrzehntelange informeller Bildungsprozess ist.

00:01:34: Weil ich das was ich da tue jeden Tag... Das ist wertvoll und dieses Wissen, was sich da aufgebaut habe, nämlich auch mit an meinen Arbeitsplatz.

00:01:42: Deswegen hab' ich es halt schon immer eingetragen und dann bin ich, ich weiß gar nicht vor zweieinhalb Jahren oder vor drei Jahren jetzt fast so linken gegangen und wollte auch dort, weil ich wollte meine Selbstständigkeit aufbauen.

00:01:54: Weil ich wusste irgendwann gehen meine Kinder aus dem Haus und hab dort eingetragen wo ich überall berufliches Depf hatte.

00:02:01: unter anderem wollte ich eben meine eigene Elternschaft eintragen.

00:02:05: Und dann taucht da eben immer so ein Logo auf wo man eigentlich beschäftigt war.

00:02:10: In diesem Falle bietet er halt grau, weil da stand kein Unternehmen dahinter.

00:02:14: und da dachte ich so na toll das ist mal wieder nichts!

00:02:17: An der Stelle habe ich aber gedacht Mensch hier Könnte ich vielleicht was ändern?

00:02:23: Was brauche ich, damit da ein Logo erscheint und habe schlichtweg eine Unternehmenseite angelegt auf LinkedIn.

00:02:29: Mir überlegt wie könnte ich die jetzt nennen?

00:02:31: Carework ist ja etabliert inzwischen das Ganze ist unbezahlt, ja anpeilt Und hab das so genannt dass das die Sorge- und Pflegeverantwortung generell Kerarbeit also nicht nur Eltern sondern auch Menschen mit gemeint sind Und hab dann gedacht, okay cool, verlink ich.

00:02:51: Es hat sofort was mit mir gemacht!

00:02:53: Ich bin sofort ein Brückchen... es war plötzlich etwas Greifbares.

00:02:57: Ich war da ja zu dem Zeitpunkt schon, keine Ahnung, achtzehn Jahre Motor und habe gedacht jetzt rufe ich einmal im Monat mein ganz kleines Netzwerk, das sich damals hatte auf wenn ihr sichtbar werden wollt und wertgeschätzt auf beruflicher Ebene jeden Tag in eure Sorge und Pflegeverantwortung, dann müsst ihr damit auch sichtbar werden auf beruflicher Ebene.

00:03:21: Tragt es in euren Lebenslauf ein?

00:03:24: Ja also dann weiß ich ob du dich noch erinnerst Ich habe das bis heute noch in Erinnerungen was dann losgetreten wurde Und das ist der Hintergrund eigentlich dass ich wie ich dazu gekommen bin weil ich einfach ehrlich das immer angegeben habe.

00:03:39: und worum geht's da?

00:03:40: Es geht am Ende darum bei Anke-Pete Kerberg.

00:03:44: Wir haben das... Ich habe dann Katrin Fuchs, ihr habt es ja auch vor kurzem gesehen?

00:03:48: Ja!

00:03:49: Wir haben uns glaube ich am zweiten Tag online getroffen und waren völlig aufgelöst in Osmhäuschen was da jetzt gerade losgetreten ist.

00:03:57: Und ich so Katrin, das müssen wir jetzt festhalten dass wenn da so ein großer Bedarf dahinter steckt, dann lass uns da etwas draus machen.

00:04:05: hast du Lust, dass wir das zusammen irgendwie um?

00:04:08: Katrin war sofort auch begeistert.

00:04:12: Ich bin so ein bisschen diejenige, die das pusht und mitzieht.

00:04:15: Weil ich so eine Vision einfach vor mir habe.

00:04:17: in meiner Vision liegt es an Pete Kerwick in den paar Jahren wirklich im jedem Lebenslauf und bei jedem Personaler deutschlandweit und über die Grenzen hinaus auf dem Tisch Und Katrin ist mir eine unglaublich wertvolle Begleiterin Mit ihrem Weitblick was Vereinbarkeit alles bedeutet.

00:04:39: Genau und darum geht es am Ende.

00:04:41: Es ist ein Werkzeug, es ist ein Geschenk an alle die Sorgearbeit und Pflegerarbeit leisten und das in den Lebenslauf eintragen und am Ende aber eben auch um die Kompetenzen, die wir damit aufbauen.

00:04:55: Das wird es einfach sichtbar machen für Sichtbarkeit sorgen.

00:05:03: Welche Erfahrungen hast denn du selbst mit diesen sichtbar Machen gemacht?

00:05:07: Also ich höre habe jetzt diese Diskussion im Ohr eben, trage ich jetzt eine Zeit in einem mein Leben stoppen oder nicht.

00:05:14: Es ist ja genau die klassische Diskussion, die dahinter steht und klar da gibt es immer Differenzierungen.

00:05:20: also bei manchen Leuten Man geht eh gar nicht anders, weil die Lücken einfach zu groß sind.

00:05:25: Und die muss ich irgendwie erklären können.

00:05:27: bei anderen zum Beispiel wenn ich meine Lebensauslauf angucke.

00:05:30: Ich war zwar zweimal in Elternzeit jedes Mal sieben Monate aber bei einem Arbeitgeber schreibe ich jetzt nicht extra noch mal hin.

00:05:38: also die Frage ist welche Erfahrungen machst du?

00:05:42: Macht ihr machen andere mit dieser Transparenz?

00:05:45: Kannst du da noch was dazu sein

00:05:47: ganz unterschiedlich und ganz ehrlich jede gerade insbesondere Frau verstehen, die es nicht einträgt.

00:05:57: Weil sie Angst hat und Sorge hat, dass ihr das negativ ausgelastet wird.

00:06:01: Vollstes Verständnis!

00:06:03: Am Ende muss sich für jeden richtig anfühlen.

00:06:06: ich letztens hatte eine Mutter, die hat fünf Kinder Und sie hat gesagt Sie trägt es nicht in den Lebenslauf ein Für den ersten Kontakt wo man die Bewerbung hinschickt weil sie einfach weiß dass das ja auch immer so ein Perspektivding.

00:06:24: Mein Gegenüber hat vielleicht ein Kind oder gar kein Kind und kann sich das überhaupt nicht vorstellen, wie es zusammengehen soll?

00:06:33: Und sie sagt – das fand ich sehr toll!

00:06:36: Sie trägt nichts direkt einen in den Lebenslauf.

00:06:39: aber wenn sie im Gespräch zum ersten Gespräch eingeladen wird dann sagt sie, dass sie Kinder hat, wie viel sie hat und kann auch gleich mit ihrer ganzen Persönlichkeit in diesem Raum auch sehr glaubhaft darstellen, wie kriegt sie das denn jetzt unter einem Hut?

00:06:58: Am Ende finde ich es ist ein Ding dass es sich ein selbstrichtig anfühlt.

00:07:04: Weil wenn es sich falsch anfühlen dann stimmt auch irgendwas nicht und es ist auch einen Unterschied wann ich diesen Weg gehe der Sichtbarkeit.

00:07:13: Also ich animiere jeden mutig zu sein und sich auch eben wie gesagt.

00:07:18: deswegen gehe ich auch raus und kläre über die Kompetenzen auf, die beruflich relevanten.

00:07:23: Und wie ich sie übersetzen kann in den Arbeitsmarkt quasi den Sprech anders umformulieren dass das am Ende ist es derselbe Skill.

00:07:33: weil wenn ich etwas Zuhause gut kann dann Es ist zwar ein anderer Kontext, aber ich nehme den Skill trotzdem mit.

00:07:41: Und wie kann ich das anders formulieren?

00:07:43: Damit ich dann auch nicht sage ja bei meinen Kindern oder meiner Familie sondern einfach den Sprech also auf dem Arbeitsmarkt übersetze und schon macht es was ganz anderes mit einem.

00:07:54: Dann gibt's zum Beispiel Väter die sagen zwei Monate Elternzeit ist lohnt sich bei mir nicht einzutragen.

00:08:02: wo ich denen immer sag und was ist danach?

00:08:04: bist du denn kein Vater mehr?

00:08:06: Wir hören ja nicht auf und deswegen steht bei mir, zwanzig Jahre an Pete Kerbock im Lebensstoff.

00:08:15: Also die Erfahrung ist es muss jeder für sich selber schauen und mutig sein und welchen Weg er geben kann.

00:08:22: Ich habe mich jetzt ganz erinnert auf die Argumentationen und die Sichtweise.

00:08:25: an die Frage sage ich wenn ich mich bewerbe ob ich das in Teilzeit arbeiten möchte oder nicht?

00:08:29: Das hat dann jetzt sagen wie immer, also wenn du in sehr geringen Stummkoden unterwegs ist.

00:08:35: Dann musst du es machen, da bringt nichts.

00:08:37: aber wer zeigt mal Vollzeitnah arbeitet zum Beispiel aus unserer Sicht oder generell super legitim zu sagen, dann komme ich im ersten Gespräch damit um die Ecke und gucke erst mal wieder, wie der Reaktion aussieht einfach um meine Chance zu erhöhen.

00:08:48: wird das gerade auch beschrieben dass wir noch eingeladen werden.

00:08:51: Und das habe ich schon, also gerade jetzt im aktuellen Arbeitparken selber.

00:08:55: Niederpunkt muss man ja leider sagen je nachdem was man so macht.

00:08:59: Da ist es ja, es ist gar zu mittelgemütlich, will ich sagen.

00:09:01: Und das kommt auch immer drauf an?

00:09:03: Wer sitzt mir gegenüber?

00:09:04: Kann nicht mehr andocken!

00:09:06: Ist das vielleicht auch Mutter oder Vater?

00:09:08: Das macht auch noch mal einen Unterschied.

00:09:10: Genau und das weiß ich halt oft erst wenn ich dann im Gespräch sitze zum Beispiel, wenn ich mich irgendeine bewerbe weil ich ja gar nicht voll weiß wie der Herr Huber eigentlich ist.

00:09:22: Jetzt hast du gerade... da würde ich gerne noch so ein bisschen darauf einsteigen über das Thema Elternkompetenzen gesprochen, das finde ich nämlich auch super spannend.

00:09:32: Kannst du mal ein paar Beispiele machen von Kompetenzen die man so in der Elternschaft erwirbt und wie man sie dann in den Arbeitsmarkt transferieren kann?

00:09:40: Also diesen Zwitsch zu machen, den Du beschrieben hast.

00:09:42: Ja also ganz klassisch ist ja Organisationsfähigkeit.

00:09:46: Das wissen viele Eltern und das nutzen auch viele Eltern schon.

00:09:49: aber beispielsweise auch Priorisierung unter Druck finde ich auch immer mal ganz ganz toll wenn mehrere Kalender gleichzeitig in meiner Familie.

00:10:05: Und dann kommt trotzdem noch ein Anruf, weil hier Arzttermin verschieben oder im Job ist Meeting verschieben und dann ist irgendwie der Anrufe Kindesgestürzt sind ja nicht nur die Kalender, die im Blick behalten werden sondern eben auch alles was außerhalb der Normalität oder außerhalb des Planes quasi stattfindet.

00:10:30: Und das erleben wir ja auch im beruflichen Umfeld, also Priorisierung unter Druck hat ja erst mal kann ich gut als Baustein reinnehmen ohne zu erklären dass ich das in meiner Familie gelernt habe.

00:10:42: Kann nicht natürlich!

00:10:43: Oder wenn ich das ersteintrage dann im Gespräch... Wenn man dann fragt wo haben sie das denn gelernt?

00:10:48: Da kann man das ja auch pöherpül immer weiter.

00:10:52: Emotionale und soziale Intelligenz zum Beispiel brauchen wir unglaublich viel in Teams.

00:10:57: Und in der Führungsebene auch das Schulen hier jeden Tag, und zwar du kennst so dieses vielleicht diese siebzig-zwanzigzehn Modell.

00:11:08: Siebzig Prozent lernen wir durch den informellen Bildungsweg also indem wir uns einfach erkundigen und nachwesen und recherchieren und selbst erfahren über den Austausch mit anderen, indem wir uns von anderen Rat holen.

00:11:24: Wir müssen uns einfach abschauen und nur zehn Prozent lernen durch den normalen formalen Bildungsweg.

00:11:33: Das wissen ja die Arbeitgebenden.

00:11:35: Sonst würden sie Berufserfahrung – das ist auch informell – nicht so wertschätzen oder besser honorieren.

00:11:44: da einzusteigen und zu sagen, sich einfach bewusst zu werden.

00:11:48: Achtzig Prozent lerne ich auch informell zu Hause.

00:11:52: Und Zuhause hat eben nochmal diesen besonderen Baustein dass das ein krasser permanentes Wiederholungstraining ist.

00:12:02: Da ist gerade die emotionale und soziale Intelligenz wird ja krass geschult jeden Tag nütlich manchmal oder Krisenmanagement Verantwortungsbewusstsein.

00:12:15: Also ich habe eine Liste, ich glaube es sind hundertzwanzig Skills die ich einfach mal für ein Projekt was sich gerne machen möchte beruflich relevante Kompetenzen aus Elthonschaft auf Erwerb für Erwerbsebene zu übersetzen und zu zertifizieren individuell.

00:12:33: da bin ich jetzt im Gespräch mit zwei Universitäten und einer Hochschule die das Projekt machen wollen Und dafür habe ich hundertzwanzig Skills recherchiert, hundertzwanzig und es ist mir nicht schwer gefallen irgendwie die da einfach zu gucken.

00:12:49: Was mache ich jeden Tag?

00:12:51: Was erreiche ich jeden tag?

00:12:53: wie mache Ich das?

00:12:54: kriegen wir ein neues Bewusstsein dafür?

00:12:56: was kann ich eigentlich?

00:12:57: alles?

00:12:58: ja

00:12:59: also ich bin voll bei dir dass wir in der das Eltern schafft wirklich das hat das Boot Camp der Welt ist eben für den für eben, wie ich sage, Organisationen, Führung, Umgang mit anderen.

00:13:11: Bin ich da

00:13:12: total dabei?

00:13:13: Gibt natürlich auch Dinge die man sehr lernt in der Zeit wieder umgang zum Beispiel neuen technischen Tools.

00:13:18: aber das sind ja die Dinge, die man regelrechtlich vielleicht erlernen kann.

00:13:22: Also es scheitern ja die wenigsten Menschen im Berufsleben darin dass sie das neue Mail-Programm nicht bedienen können sondern es scheitet in der Regel am Umgang miteinander an der Kommunikation und organisieren.

00:13:30: also

00:13:31: das sind die Dinge wo es dann manchmal schief geht.

00:13:35: Ja, das klingt jetzt alles super gut und du weißt ich bin auf deiner Seite.

00:13:38: und gleichzeitig würde ich sagen habe nicht den Eindruck dass dieser Gedanke in der Arbeitswelt so voll

00:13:44: angekommen ist?

00:13:45: Absolut ja!

00:13:47: Was ist denn deine Hypothese oder dein Gedanken dazu?

00:13:51: Ich glaube wir definieren Leistung einfach monetär und für mich fühlt sich das falsch an Weil nur weil wir für etwas kein Geld verdienen, heißt es nicht dass wir nicht etwas geleistet haben.

00:14:05: Und es gibt einfach Menschen in unserer Gesellschaft die stundenmäßig so viel mehr leisten als andere und gleichzeitig wir weniger Geld verdient.

00:14:15: Ich glaube das ist ein gesellschaftliches Ding, wirtschaftliches Ding politisches Ding, dass wir da einfach aus unterschiedlichen Brillen drauf schauen.

00:14:28: Und die Brille oder dieser Blick aus der Sorgeverantwortung und Pflegeverantwortungen heraus, fehlt einfach sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik.

00:14:39: Wenn ich mir anschaue dass die Frauen Quote... Also es wird immer weniger Frauen werden in der Wissenschaft auf Entscheidungs-Ebene, in der Politik auf Entscheidungsebene dann wunderts mich nicht weil wir können.

00:14:56: Ich erwarte zwar eigentlich von den Menschen, die Politik machen.

00:15:00: Dass in der Lage sind sich auch andere Lebensrealitäten reinzudenken.

00:15:03: aber irgendwie scheint das doch sehr schwer zu sein und wenn jeder nur aus seiner auf seinem Blick drauf schaut dann werden eben ganz viele vergessen weil

00:15:15: nicht

00:15:15: vertreten sind in den Entscheidungspositionen.

00:15:18: absolut da bin ich ganz bei dir und ich habe mir gerade gedacht also dass du beschrieben hast eigentlich brauchen wir keine Männer und Frauen Quote in der Politik oder in der Wirtschaft, sondern wir räuchten eine Quote aus Menschen die die Kehrarbeit tragen oder nicht

00:15:28: tragen.

00:15:30: Wir setzen ja immer noch sehr auch witzig eigentlich an dieser Frauenquote.

00:15:33: oder wenn man so argumentiert, wir setzen immer noch Frauen mit der Erfahrung und Kehrarbeit gleich im Endeffekt an der Stelle.

00:15:40: Das

00:15:41: ist natürlich auch ein Problem.

00:15:42: also wir haben einfach einen Teilungsproblem bei Sorgearbeit.

00:15:47: Also ihr kennt wahrscheinlich den Gender Care Gap, Kann man ausrechnen, dass eben Frauen im Schnitt mehr Sorgearbeit tragen und dafür weniger Erwerbsarbeit leisten.

00:15:56: Insgesamt aber – das ist mir vielleicht noch wichtig zu sagen – mehr arbeiten am Schnitt als Männer in Deutschland.

00:16:02: Also kann man ausschließlich, ich glaube es sind eineinhalb Stunden aktuell wenn man kehrend Erwärtsarbeit zusammenrechnet.

00:16:06: Und das ist natürlich eigentlich eine fatale Geschichte ja weil wir quasi Frauen tragen damit eigentlich die Hauptlast werden aber insbesondere eben im Bezug auf dieses Thema Kehrarbeit null wertgeschätzt oder kriegen dafür weder monetär was zurück, noch in Form von Anerkennung.

00:16:24: Absolut!

00:16:25: Jetzt lasst uns mal in die Zukunft blicken das vorhin gesagt du hast eine Vision, das finde ich schön, ich mag die Visionen.

00:16:31: gerade bei dem Thema sind sie auch wichtig glaube ich um da dranbleiben zu können.

00:16:36: Wie sieht denn deine Vision aus?

00:16:37: Was müsste denn passieren damit sich der Wert von Sorgearbeiten unserer Gesellschaft verändert?

00:16:44: Ich sage so gern, dass wir Menschen wieder Menschen zugewandt werden.

00:16:51: Also die Vision von Ann-Pete Kerweck habe ich ja vorhin schon kurz angedeutet das einfach als Normalität wird, dass Sorgearbeit und Pflegearbeit kümmern um andere Menschen ein Teil der Leistungsdebatte wird und ein Teil des selbstverständlicher Teils im Lebenslauf.

00:17:10: also für mich ist so Sichtbarkeit Wahrnehmung, Bewusstsein.

00:17:17: Die Bereitschaft sich in anderen Lebensrealitäten zu öffnen einfach die Bereitschaft in meinem Gegenüber einfach auch mal so sein zu lassen wie er ist.

00:17:26: das ist für mich ein ganz entscheidender Faktor.

00:17:32: und was ich großartig finde es gibt immer mehr Initiativenverbände Organisationen, die sich diesen Thema jetzt widmen und ich feier jede, jede, die kommt wirklich.

00:17:45: Weil wir können nicht genug sein, die sie sich diesem Thema widmen um.

00:17:49: das ist auch etwas was mir total dieses Netzwerk übergreifende.

00:17:55: Wir brauchen ein Wir müssen ansteckend sein.

00:17:58: Wir müssen begeistert sein damit wir die Menschen einfach mitnehmen und ein Stück weit aus.

00:18:03: Das klingt jetzt zwar doof aber auch diesen Prozess, dass Menschen sich damit in ihr Schicksal fügen.

00:18:14: Es ist jetzt eben so und ich kann nichts ändern.

00:18:16: und ja wenn ich bedenke was alles geändert werden müsste dann könnte man auch sagen oh Gott das schaffen wir nie.

00:18:23: aber es fühlt sich so viel besser an einfach den Unterschied zu machen und zu sagen Ich in meinem eigenen Wirkungskreis das was mir möglich ist und ich glaube da das kann jeder Jeder Mensch hat ein Wirkungskreis indem er Dinge anders machen kann, wenn wir das beginnen und uns einfach gegenseitig erkennen und verbinden und sagen ein Wir, einen Menschen zugewandtes Wir schaffen.

00:18:49: Ich glaube es ist ein ganz großer Hebel, einfach Menschlichkeit wieder einziehen zu lassen.

00:18:55: Ich würde das gerne so stehen lassen.

00:18:58: ich fand das eine wahnsinnig guten Schlusssatz.

00:19:01: Ich bedanke mich erstmal bei dir bis dahin für das Gespräch.

00:19:04: Alles Gute!

00:19:05: Danke Johanna, herzlichen Dank.

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